Strenge Sicherheitsvorkehrungen nach Bombenanschlag

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Nach dem Bombenanschlag am Donnerstag sind die Sicherheitsvorkehrungen auf Mallorca verschärft worden.

Palma de Mallorca - Nach dem Sprengstoffanschlag auf Mallorca, bei dem zwei Polizisten ums Leben kamen, wurden die Sicherheitsvorkehrungen drastisch verschärft. Inzwischen läuft der Flugbetrieb aber wieder planmäßig.

Der spanische Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero forderte die Sicherheitskräfte auf, den Kampf gegen die Terroristen der ETA zu intensivieren und den Schutz der eigenen Beamten zu verstärken. Auf der Suche nach den Terroristen überprüfte die Polizei nach Medienberichten vom Freitag zahlreiche Fahrzeuge auf Mallorca und suchte nach einer Wohnung, in der die Attentäter möglicherweise Unterschlupf gefunden hatten. Die spanischen Sicherheitskräfte hatten sich seit mehreren Tagen in höchster Alarmbereitschaft befunden.

Bombenanschlag auf Mallorca

Bombenanschlag auf Mallorca

Laut spanischen Medienberichten soll ein Paar, das der Untergrundorganisation ETA angehört, den Anschlag verübt haben. Es wird vermutet, dass es sich noch auf Mallorca aufhält und in einer Ferienwohnung lebt.

Merkel verurteilt Anschlag

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Terroranschlag scharf verurteilt. Sie bat Ministerpräsident José Luis Rodríguez Zapatero, den Angehörigen der Opfer ihr tief empfundenes Mitgefühl zum Ausdruck zu bringen, wie das Presse- und Informationsamt der Bundesregierung am Freitag mitteilte. Merkel nannte den Anschlag eine feige Tat und versicherte Zapatero, dass Deutschland im Kampf gegen den Terrorismus Seite an Seite mit den spanischen Freunden stehe. 

Mallorca-Flüge wieder planmäßig

Der Flugbetrieb auf der Urlaubsinsel läuft inzwischen wieder weitgehend normal. Auch auf Flügen von und nach Deutschland kommt es nach Angaben der Fluggesellschaften nicht mehr zu Verzögerungen. Einige Maschinen von Air Berlin landeten am Morgen sogar vor der planmäßigen Ankunftszeit. Beim Abflug gab es lediglich geringfügige Verspätungen. In der Nacht hatte sich der Betrieb wieder normalisiert, weil es auf Mallorca kein Start- und Landeverbot gibt. Die spanische Polizei hatte den Flughafen am Donnerstag nach dem Anschlag knapp zwei Stunden geschlossen.

Trauerfeier für die Polizisten

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Für diesen Freitag findet in der Kathedrale von Palma de Mallorca eine Trauerfeier für die ermordeten Polizeibeamten der paramilitärischen Guardia Civil (Zivilgarde) statt. An dem Gottesdienst wollten unter anderem der spanische Kronprinz Felipe, der sozialistische Regierungschef Zapatero und der konservative Oppositionsführer Mariano Rajoy teilnehmen. 

Bei der Fahndung nach den Attentätern hatten die Sicherheitskräfte Mallorca am Donnerstag vorübergehend von der Außenwelt abgeriegelt. Der Flughafen der Insel wurde für eine Stunde und 40 Minuten geschlossen, auch in den See- und Jachthäfen ging vorübergehend nichts mehr. Im europäischen Luftverkehr kam es zu massiven Verspätungen. Nach Angaben der Regierung besteht kein Zweifel daran, dass die ETA hinter dem Attentat steckt.

Am Donnerstag verübten vermutlich ETA-Terroristen einen Anschlag auf Mallorca.

Wie der Präfekt auf den Balearen, Ramon Socías, mitteilte, hatten die Terroristen an einem Polizeifahrzeug eine Haftbombe angebracht und mit einer Fernzündung zur Explosion gebracht. Die beiden Beamten im Fahrzeug waren auf der Stelle tot. Der Präfekt bestritt Medienberichte, wonach bei der Explosion mehrere Passanten verletzt wurden. In der Nähe des Tatorts entdeckten die Ermittler später in einem parkenden Auto eine zweite Bombe. Sie machten den Sprengsatz mit einer “kontrollierten Sprengung“ unschädlich. Dazu mussten mehrere Gebäude in der Umgebung geräumt werden.

Die ETA hatte in der Vergangenheit mehrere Anschläge auf Mallorca verübt, dabei aber bislang keinen Menschen getötet. Im Jahr 1995 war die Organisation auf der Insel mit dem Vorhaben gescheitert, den spanischen König Juan Carlos mit einem Präzisionsgewehr zu erschießen. Der Anschlag auf die Polizisten ereignete sich nur etwa acht Kilometer vom Marivent-Palast entfernt, in dem die königliche Familie traditionell ihre Sommerferien verbringt. Juan Carlos und Königin Sofía wurden am kommenden Samstag auf Mallorca erwartet.

dpa

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