Streit um Berichte über israelischen Organdiebstahl

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„Aftonbladet“ hatte berichtet: Israelische Soldaten sollen getöteten Palästinensern Organe entnommen haben.

Paris - Im israelisch-schwedischen Streit um Berichte über Organdiebstahl hat die internationale Journalistenorganisation Reporter ohne Grenzen (ROG) am Dienstag Schweden den Rücken gestärkt.

Das Wiesenthal-Zentrum rief dagegen Dänemark und die Niederlande auf, die Unterstützung der palästinensischen Nachrichtenagentur Ma'an einzustellen, die einen solchen Artikel veröffentlicht hatte.

Die schwedische Zeitung “Aftonbladet“ hatte unter Berufung auf Palästinenser berichtet, israelische Soldaten hätten getöteten Palästinensern Organe entnommen. Israel hatte daraufhin Schweden zu einer Verurteilung dieses “antisemitischen“ Artikels aufgerufen. Schweden hatte dies mit Hinweis auf die Meinungsfreiheit abgelehnt.

Angehöriger getöterer Palästinenser als Quelle

ROG beklagte das Verhalten Israels und erklärte: “Nur “Aftonbladet“ ist verantwortlich für ihre Artikel.“ Der Reporter Donald Boström gründe seinen Bericht auf Interviews mit Angehörigen getöteter Palästinenser, deren Leichen nach Israel gebracht und einige Tage später zurücktransportiert worden seien. Boström habe seitdem nach eigenen Angaben zwei Briefe mit Todesdrohungen erhalten und Israel habe zwei “Aftonbladet“-Journalisten die Akkreditierung verweigert. Wenn Israel sich verleumdet fühle, solle es die Gerichte anrufen, erklärte Reporter ohne Grenzen.

Wiesenthal-Zentrum: Protest gegen Berichte

Das Wiesenthal-Zentrum drängte dagegen in Briefen an die Regierungschefs Dänemarks und der Niederlande, alle Hilfen für die Agentur Ma'an einzustellen. Die Agentur habe mit einem Artikel über Organdiebstahl die “verleumderischen Behauptungen“ von “Aftonbladet“ stützen wollen. Bei einer weiteren Finanzierung von Ma'an könnten Dänemark und die Niederlande als Komplizen der Angriffe von Ma'an gegen Juden und seiner Sabotage des Friedensprozesses gelten. “Die große Organlüge über den jüdischen Staat ist Goebbels-würdig“, erklärte die Organisation.

dpa

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