Forscher lösen Rätsel um Stradivari-Geigen

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Bis heute sind Wissenschaftler den Geheimnissen der Stradivari-Geigen auf der Spur.

Paris - Wissenschaftler haben ein weiteres Rätsel der weltberühmten Stradivari-Geigen gelöst: Der legendäre Lack der Instrumente wurde nicht aus ungewöhnlichen oder gar geheimen Zutaten hergestellt.

Der italienische Geigenbaumeister Antonio Stradivari (gestorben 1737) nutzte stattdessen ganz übliche Substanzen seiner Zeit. Das berichtet der französische Wissenschaftler Jean-Philippe Echard in der jüngsten Ausgabe der Fachzeitschrift „Angewandte Chemie“ (Bd. 122).

Zusammen mit deutschen und anderen französischen Kollegen untersuchte Echard fünf Geigen aus der Sammlung des Pariser Musikmuseums. Das Team erforschte mit spektroskopischen und mikroskopischen Methoden Holz- und Lackproben. Obwohl alle fünf Instrumente in einem Zeitraum von drei Jahrzehnten hergestellt wurden, seien ihre Lacke sehr ähnlich, berichteten die Forscher.

Stradivari habe das Holz zunächst mit einem Öl versiegelt, das auch Maler dieser Epoche benutzten. Darüber habe er eine leicht getönte Öl-Harz-Schicht aufgetragen. Eine mineralreiche Schicht, wie sie in früheren Arbeiten vermutet wurde, entdeckten die Wissenschaftler nicht. Auch Hypothesen über die Verwendung proteinhaltiger Materialien oder fossilen Bernsteins konnten nicht bestätigt werden. Dafür wurden rote Pigmente wie Eisenoxide sowie ein Anthrachinon-Farbstoff nachgewiesen. Dadurch sei eine Vielzahl von Farbnuancen für die Instrumente möglich gewesen.

Wissenschaftler sind seit Jahrzehnten dem Klang-Geheimnis der heute zum Teil millionenteuren Stradivari-Instrumente auf der Spur. Zuletzt durchleuchtete unter anderem ein Mediziner Stradivari-Geigen mit einem Computertomographen. Er fand heraus, dass in der Dichte des Holzes eine Erklärung für den einzigartigen Klang der Instrumente liegen könne. Stradivari gilt als der berühmteste Geigenbauer aller Zeiten. Er fertigte im Laufe seines Lebens mehr als 1000 Saiteninstrumente an, von denen heute nach Schätzungen noch etwa 600 erhalten sind.

dpa

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