Schwangere hingerichtet

Steinigung: Vater rechtfertigt brutale Tat

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Die schwangere 25-Jährige wurde auf offener Straße von ihrem Vater und Verwandten gesteinigt. Sie hatte gegen den Willen ihrer Familie geheiratet.

Islamabad - Unfassbar: Nach der Steinigung seiner schwangeren Tochter (25) in Pakistan hat der Vater die Tat als gerechtfertigt verteidigt.

Seine schwangere Frau wurde vor seinen Augen zu Tode geprügelt. Muhammad Iqbal musste mit ansehen, wie die 25-Jährige von ihren Angehörigen mit Steinen attackiert wurde, nur weil sie ihn gegen den Willen ihrer Familie geheiratet hatte. Nun verlangt Iqbal eine Aufklärung der Tat. "Wir fordern Gerechtigkeit", sagte er am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP. Menschenrechtsaktivisten und die UNO verurteilten den brutalen Angriff. Der Vater der gesteinigten 25-Jährigen verteidigte die Tat hingegen als gerechtfertigt.

Vater: Liebesheirat hat Schande über die Familie gebracht

Die Tat ereignete sich am Dienstag vor einem Gerichtsgebäude in der Stadt Lahore. Die 25-jährige Farzana Parveen, die im dritten Monat schwanger war, wollte in einem Prozess gegen ihren Ehemann als Zeugin für ihn aussagen. Ihre Familie hatte ihm vorgeworfen, die junge Frau entführt und zur Heirat gezwungen zu haben.

Ein Polizeisprecher sagte am Mittwoch, der Vater habe die Tötung seiner Tochter am Vortag gestanden. Er habe zur Begründung angegeben, dass deren Liebesheirat Schande über die Familie gebracht habe. Nach dem sogenannten „Ehrenmord“ war nur der Vater festgenommen worden. Die Polizei suchte am Mittwoch weiter nach den anderen Tätern.

"Seitdem wir geheiratet haben, wurden wir bedroht", berichtete Muhammad Iqbal. Sie seien bereits am Rande eines ersten Gerichtstermins vor zwei Wochen attackiert worden. "Als wir am Dienstag vom Büro unserer Anwalts zum Gericht gingen, haben uns fast 30 Leute angegriffen, darunter ihr Vater, ihre Brüder und Cousins", sagte Iqbal, der mittlerweile in sein Heimatdorf Jaranwala zurückgekehrt ist, um seine Frau zu bestatten.

Ehemann: Die Polizei habe der Steinigung tatenlos zugesehen

Einer ihrer Brüder habe auf seine Frau geschossen, sagte Iqbal. Die Kugel habe sie aber verfehlt. "Dann sind die Frauen aus ihrer Gruppe über sie hergefallen, und ihr Bruder und ihr Vater haben sie getötet. "Das Schmerzvollste ist, dass niemand eingegriffen hat, um meine Frau zu retten", sagte Iqbal. Die Polizei habe tatenlos zugesehen, ebenso wie die anwesenden Anwälte und andere Augenzeugen. Der Vater der jungen Frau wurde nach Polizeiangaben festgenommen. Nach zwei Brüdern und drei Cousins der Frau wurde gefahndet.

Nach Angaben der unabhängigen pakistanischen Menschenrechtskommission wurden im vergangenen Jahr insgesamt 869 Frauen bei sogenannten Ehrenmorden getötet. Bestraft werden jedoch nur wenige Täter. Laut pakistanischem Gesetz können die Familien der Opfer den Tätern vergeben. In solchen Fällen handelt es bei den Tätern jedoch meist selbst um Verwandte.

Vorwurf an Behörden: Untätigkeit fördert solche "schamlosen Verbrechen"

"Ich bin zutiefst schockiert über den Tod von Farzana Parveen", erklärte UN-Menschenrechtskommissarin Navi Pillay. Die 25-Jährige sei wie so viele andere Pakistanerinnen auf brutale Weise umgebracht worden, "nur weil sie den Mann ihrer Wahl geheiratet hat".

Pakistanische Menschenrechtler beklagten nach der Tat ein Klima der Angst und des zunehmenden religiösen Extremismus in Pakistan. "Die Leute haben Angst, ihre Meinung zu äußern, weil die befürchten, der Blasphemie oder des Verstoßes gegen den Islam beschuldigt zu werden", sagte die Feministin Samina Rehman.

Die pakistanische Menschenrechtskommission warf den Behörden vor, solche "schamlosen Verbrechen" durch ihre Untätigkeit zu befördern. "Ihr einziges Vergehen war es, den Mann ihrer Wahl zu heiraten - ein Recht, das per Gesetz jedem Erwachsenen zusteht", erklärte das Gremium. Der Staat versage aber dabei, seine Bürger vor solchen Gewalttaten zu schützen.

dpa/AFP

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