Nächste Gewitterfront kommt

Bis zu 800 Blitze pro Minute - Starkregen flutet den Osten

Mit Bugwelle: In Berlin fielen die Regengüsse besonders heftig aus. Foto: Paul Zinken
1 von 5
Mit Bugwelle: In Berlin fielen die Regengüsse besonders heftig aus. Foto: Paul Zinken
Blitze zucken am Himmel über Michendorf in Brandenburg. Foto: Julian Stähle
2 von 5
Blitze zucken am Himmel über Michendorf in Brandenburg. Foto: Julian Stähle
Das heftige Sommergewitter macht diesem Mann in Berlin scheinbar wenig aus. Foto: Gregor Fischer
3 von 5
Das heftige Sommergewitter macht diesem Mann in Berlin scheinbar wenig aus. Foto: Gregor Fischer
Knöcheltief im Wasser: Eine Passantin in Potsdam. Foto: Gregor Fischer
4 von 5
Knöcheltief im Wasser: Eine Passantin in Potsdam. Foto: Gregor Fischer
Blitze über dem Bundeskanzleramt. Foto: Paul Zinken
5 von 5
Blitze über dem Bundeskanzleramt. Foto: Paul Zinken

Nach dem Gewitter ist vor dem Gewitter: Das gilt zurzeit für die Wetterlage in Deutschland. Wind, Regen und Hagel richten Schäden an und halten auch den Verkehr auf.

Berlin (dpa) - Die Feuerwehr hat am Abend für Berlin erneut den Ausnahmezustand wegen Unwetters ausgerufen. Mit Windböen und starkem Regen fegten erneut heftige Gewitter über die deutsche Hauptstadt.

Im Stadtteil Friedenau fiel ein Baum auf ein Cabrio. Die Insassen hatten Glück im Unglück, zwei Menschen wurden nur leicht verletzt, teilte die Feuerwehr mit. Die S-Bahn stellte den Zugverkehr auf der Ringbahn nach einem Blitzeinschlag in Tempelhof zeitweise ein. Auch auf der Autobahn 117 kam es wegen umgestürzter Bäume zu Verkehrsbehinderungen. Der Himmel verdunkelte sich in einigen Stadtteilen wie tief in der Nacht.

Die Feuerwehr fahre vorrangig Einsätze, bei denen Menschenleben in Gefahr sind, sagte ein Sprecher am Mittwochabend. Die Berliner seien aufgerufen, kleinere Wasserschäden selbst zu beseitigen. An den Flughäfen Tegel und Schönefeld könne es zu Einschränkungen bei der Abfertigung kommen, teilten die Airports auf Twitter mit.

Der Deutsche Wetterdienst in Offenbach warnte vor schweren Gewittern in Teilen von Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen, Schleswig-Holstein und Niedersachsen. Die Temperaturen waren in den östlichen Bundesländern wieder auf bis zu 34 Grad gestiegen.

In der Nacht zum Mittwoch hatten sich vor allem im Osten Gewitter entladen. In Sachsen und Brandenburg prasselten örtlich Hagelkörner mit einem Durchmesser von bis zu fünf Zentimetern zu Boden. In Berlin und Potsdam wurden Straßen überflutet, Bäume stürzten um, zahlreiche Keller und Tiefgaragen liefen voll. In beiden Städten rückten die Helfer zu zahlreichen Einsätzen aus.

In den Gärten und Parks des Unesco-Welterbes in Potsdam richtete das Unwetter Schäden an. Die Parks bleiben für die Aufräumarbeiten bis auf Weiteres geschlossen, wie die Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg mitteilte.

Nach Angaben des Blitz-Informationsdienstes von Siemens hatte es in der Nacht über ganz Deutschland bis zu 800 Mal pro Minute geblitzt. Etwa jeder zehnte Blitz traf auf den Erdboden, wie Sprecher Stephan Thern sagte.

Eine Tendenz zu häufigen Starkniederschlägen sei durchaus zu erkennen, sagte Florian Imery vom Deutschen Wetterdienst am Mittwoch. Je wärmer die Luft sei, desto mehr Wasser könne sie aufnehmen. Insofern sei ein Zusammenhang zwischen der Klimaerwärmung und häufigeren Starkniederschlägen naheliegend. Einzelne Wettererscheinungen jedoch könne man nicht auf den Klimawandel zurückführen, stellte Imery klar. Dafür benötige man eine größere Datengrundlage.

In Berlin wurde am Dienstag um Mitternacht der "Ausnahmezustand Wetter" ausgerufen. Dabei werden Einsätze nach Wichtigkeit bearbeitet, nicht nach dem Zeitpunkt des eingehenden Notrufes. Die Feuerwehr wurde innerhalb von drei Stunden zu rund 160 Einsätzen wegen des Gewitters gerufen, wie ein Sprecher sagte. Im gesamten Stadtgebiet fielen Ampeln aus, wie die Verkehrsinformationszentrale mitteilte. In Potsdam rückte die Feuerwehr mehr als 100 Mal aus.

An den Berliner Flughäfen Tegel und Schönefeld wurde die Flugzeugabfertigung der Maschinen auf dem Vorfeld für mehrere Stunden eingestellt. Passagiere konnten nicht wie sonst üblich über Treppen ein- oder aussteigen. Die Polizei Brandenburg berichtete von Blitzeinschlägen, herabfallenden Ästen, Unfällen und überschwemmten Straßen in der Nacht zum Mittwoch.

Auch in Bayern, Hessen und Mecklenburg-Vorpommern gab es Gewitter. In Bad Hersfeld bei Kassel führte eine Unwetterwarnung dazu, dass das Festprogramm des Hessentags am Dienstagabend unterbrochen wurde. In Prerow in Vorpommern geriet ein Appartementhaus durch einen Blitzeinschlag in Flammen, verletzt wurde dabei niemand.

Deutscher Wetterdienst

Das könnte Sie auch interessieren

Hurricane: Die Anreisewelle rollt - Campingplätze füllen sich

Die Anreise zum Hurricane läuft: Schon ab 11 Uhr füllen sich am Donnerstag die Campingplätze rund um das Hurricane-Infield.
Hurricane: Die Anreisewelle rollt - Campingplätze füllen sich

Abistreich in Twistringen

Der letzte G8 Jahrgang des Hildegard-von-Bingen-Gymnasium überraschte heute Morgen die Mitschüler und Lehrkräfte mit einem Abistreich. Bis Mittag …
Abistreich in Twistringen

Eichenring - fast bereit für das Hurricane Festival

Die Vorfreude steigt: Nur noch ein Tag bis zur Anreise an den Eichenring, wo zum diesjährigen Hurricane-Festival rund 65000 Besucher erwartet werden.
Eichenring - fast bereit für das Hurricane Festival

Einheiten der Polizei messen sich in Bremen

Höchstleistungen bei tropischen Temperaturen: 20 Teams der Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit der Polizei (BFE) sind am Mittwoch in verschiedenen …
Einheiten der Polizei messen sich in Bremen

Meistgelesene Artikel

Drama am Strand in der Türkei: Paar erhebt nach Horror-Erlebnis deutliche Vorwürfe gegen Hotel

Drama am Strand in der Türkei: Paar erhebt nach Horror-Erlebnis deutliche Vorwürfe gegen Hotel

Frau geht mit ihrem Baby feiern - Nacht nimmt furchtbares Ende

Frau geht mit ihrem Baby feiern - Nacht nimmt furchtbares Ende

Drama im Bus: Mädchen (6) nimmt Platz - was dann passiert, schockiert

Drama im Bus: Mädchen (6) nimmt Platz - was dann passiert, schockiert

Frau lacht sich auf Polizei-Foto schlapp - der Grund ist sicher nicht lustig

Frau lacht sich auf Polizei-Foto schlapp - der Grund ist sicher nicht lustig

Kommentare