Starkes Seebeben im Pazifik

Panik in der Südsee: Tsunami zerstört Dörfer

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Das Inselparadies Samoa

Wellington - Ein schweres Erdbeben hat am Dienstag mehrere Inseln in der Südsee erschüttert und einen Tsunami ausgelöst. Möglicherweiese kamen auf Samoa Schulkinder bei der Flutwelle ums Leben.

Die Welle zerstörte nach einem Bericht von Radio-Neuseeland einige Dörfer auf besonders niedrig gelegenen Inseln vor Samoa.

Nach Informationen des deutschen Honorarkonsuls auf Samoa hat der Tsunami am Dienstagmorgen auch Todesopfer gefordert. “Hier war die Rede von toten Schulkindern“, berichtete Arne Schreiber der dpa aus der Hauptstadt Apia am Telefon. Ob auch Touristen zu Schaden gekommen sind, sei noch nicht bekannt.

25 Deutsche leben auf Samoa

Auf Samoa leben nach Informationen von Schreiber etwa 25 Deutsche. Der einzige Deutsche in der vom Tsunami betroffenen südlichen Region sei wohlauf. Auch im Norden des Inselstaates sei das Beben stark zu spüren gewesen. Die Erschütterungen hätten etwa 20 Sekunden gedauert. Sein ganzes Haus habe sich bewegt.

Der Tsunami, der den Inselstaat Samoa getroffen hat, war nach Angaben der US-Meeresforschungsbehörde NOAA 1,57 Meter hoch. Nach Einschätzung von Seismologen hatten das Beben und die anschließende Flutwelle nicht die Ausmaße der Katastrophe von 2004 in Südostasien.

Notfall-Operationszentrum auf Samoa

Laut US-Heimatschutzministerin Janet Napolitano ist auf Samoa ein Notfall-Operationszentrum eingerichtet worden. Die Flutwelle hatte nach Medienberichten mehrere Dörfer auf Sumatra zerstört. Offizielle Angaben über Tote oder Verletzte lagen zunächst nicht vor.

“Messungen des Meeresspiegels deuten darauf hin, dass ein Tsunami ausgelöst worden ist“, teilte das Tsunamiwarnzentrum am Dienstag auf Hawaii mit. “Er könnte entlang den Küsten nahe des Epizentrums viel zerstört haben.“ Das Zentrum warnte auch vor Riesenwellen in Tonga, Tuvalu, Kiribati, auf den Salomonen-Inseln und auf Neuseeland. Die US-Geologiebehörde stufte die Stärke des Bebens auf 8,0 hoch. Das Tsunami-Warnzentrum sprach von 8,3.

„Überall Panik entstanden“

“Hier ist überall Panik entstanden, weil die Kinder auf dem Weg zur Schule und die Menschen auf dem Weg zur Arbeit waren“, sagte ein Korrespondent aus Apia auf Samoa dem neuseeländischen Rundfunk. Ein Mitarbeiter des Fernsehsenders TVNZ war in Samoa am Strand, als das Erdbeben passierte. Tony Manson sah den Tsunami nach eigenen Angaben, berichtete der Sender auf seiner Website. Das Meer habe sich zuerst zurückgezogen und sei dann innerhalb von wenigen Sekunden mit Macht über die Küste hereingebrochen. Mehrere Dörfer seien überschwemmt worden. Einwohner suchten nach ihren Angehörigen. Manson berichtete, dass er mit anderem zusammen vom Strand weg auf höheres Terrain gerannt war.

Das Beben ereignete sich um 19.48 Uhr MESZ. Das entspricht 06.48 Ortszeit. Ein Sprecher der Katastrophenschutzbehörde auf Samoa berichtete, dass mehrere Häuser beschädigt wurden. Das Beben ereignete sich rund 200 Kilometer südwestlich von Samoa, 2600 Kilometer nordöstlich von Neuseeland.

Beim Auswärtigen Amt in Berlin hieß es, die Botschaften der Bundesrepublik in den möglicherweise betroffenen Gebieten seien informiert worden. Angaben über das Ausmaß der Naturkatastrophe konnte das Außenministerium nicht machen.

Am 26. Dezember 2004 hatte ein gewaltiger Tsunami, ausgelöst durch ein schweres Erdbeben vor der indonesischen Insel Sumatra, mit unvorstellbarer Wucht weite Küstenregionen in Indonesien, Sri Lanka, Indien, Thailand und auf den Malediven zerstört.

Das ist Samoa

Samoa ist ein Inselstaat im südwestlichen Pazifik. Der Westteil der Insel war früher eine deutsche Kolonie. Der Ostteil gehört zu den USA. Auf den Inseln leben insgesamt rund 240 000 Menschen. Der unabhängige Staat Samoa machte zuletzt Anfang September Schlagzeilen, als die Regierung gegen den Protest der Bevölkerung von Rechts- auf Linksverkehr umstellte. Die Inseln liegen auf halbem Wege zwischen Hawaii und Neuseeland. Das Gebiet umfasst rund 3000 Quadratkilometer mit zwei Hauptinseln und acht kleineren Inseln. 99 Prozent der Einwohner leben auf den Hauptinseln Upolu mit der Hauptstadt Apia und Savai'i.

Bei einer Aufteilung der Einflussbereiche in der Südsee bekam Deutschland 1899 den Westteil der Insel zugesprochen. 1914 endete die deutsche Herrschaft mit dem Einmarsch neuseeländischer Truppen.

Tsunami - Riesenwellen bedrohen vor allem Pazifikregion

Tsunamis sind Riesenwellen. Sie können entstehen, wenn Erdbeben oder Vulkanausbrüche den Meeresboden erschüttern. Im Gegensatz zu normalen Wellen, bei denen nur das Wasser an der Meeresoberfläche wogt, geraten bei einem Tsunami (japanisch: große Welle im Hafen) auch die tiefen Wasserschichten in Bewegung.

Auf hoher See ist diese Welle gewöhnlich nicht höher als zwei oder drei Meter und wird wegen ihrer großen Wellenlänge von Schiffen oft gar nicht bemerkt. In flachen Küstengewässern und engen Buchten läuft sie dann aber zu enormen Höhen von bis zu 40 Metern auf und kann ganze Landstriche verwüsten. Tsunamis breiten sich mit bis zu 900 Kilometern pro Stunde aus und können so binnen kurzer Zeit ganze Ozeane durchqueren.

Das höchste Tsunami-Risiko besteht wegen der großen Aktivität der Erdkruste rings um den Pazifik. Frühwarndienste versuchen mit Sensorbojen, Computern und Satelliten, betroffene Gebiete rechtzeitig vor möglichen Riesenwellen zu warnen. Bei der Tsunami-Katastrophe am 26. Dezember 2004 in Südostasien waren mehr als 230 000 Menschen ums Leben gekommen.

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