Über 100 Tote und schwere Schäden nach Beben im Hindukusch

Schäden in Pakistan: Von dieser Motor-Rikscha ist nicht mehr viel übrig. Foto: Arshad Arbab
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Schäden in Pakistan: Von dieser Motor-Rikscha ist nicht mehr viel übrig. Foto: Arshad Arbab
Schnelle Rettungseinsätze nach dem Erdbeben: Eine Verletzte wird in Peschawar ins Krankenhaus gefahren. FRoto: Arshad Arbab Foto: Arshad Arbab
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Schnelle Rettungseinsätze nach dem Erdbeben: Eine Verletzte wird in Peschawar ins Krankenhaus gefahren. FRoto: Arshad Arbab Foto: Arshad Arbab
Nach dem Beben regiert in der pakistanischen Stadt Peschawar die Angst. Foto: Arshad Arbab
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Nach dem Beben regiert in der pakistanischen Stadt Peschawar die Angst. Foto: Arshad Arbab
Nach dem schweren Erdbeben werden vor einem Krankenhaus im pakistanischen Abbottabad Verletzte behandelt. Foto: Sultan Dogar
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Nach dem schweren Erdbeben werden vor einem Krankenhaus im pakistanischen Abbottabad Verletzte behandelt. Foto: Sultan Dogar
Menschen versammeln sich nach dem Beben vor einem einem Verwaqltungsgebäude im indischen Bophal. Foto: Sanjeev Gupta
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Menschen versammeln sich nach dem Beben vor einem einem Verwaqltungsgebäude im indischen Bophal. Foto: Sanjeev Gupta
Verletzte und Angehörige in einem Krankenhaus im indischen Jammu. Jaipal Singh Foto: Jaipal Singh
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Verletzte und Angehörige in einem Krankenhaus im indischen Jammu. Jaipal Singh Foto: Jaipal Singh
Verkehrschaos nach dem Beben im indischen Srinagar. Foto: Farooq Khan
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Verkehrschaos nach dem Beben im indischen Srinagar. Foto: Farooq Khan
Ein beschädigtes Lagerhaus im afghanischen Kabul. Foto: Jawad Jalali
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Ein beschädigtes Lagerhaus im afghanischen Kabul. Foto: Jawad Jalali

Gerade ist das schwere Erdbeben in Nepal ein halbes Jahr her, da gibt es in die nächste Katastrophe in Mittelasien. Diesmal sind Pakistan und Afghanistan am schwersten betroffen. Die große Tiefe der Erdstöße dürfte vielen Menschen das Leben gerettet haben.

Neu Delhi/Islamabad (dpa) - Ein schweres Erdbeben der Stärke 7,5 hat die Hindukusch-Region getroffen und mehr als 100 Menschen getötet. Stromnetze und Kommunikationsverbindungen brachen in Teilen Pakistans und Afghanistans und Nordindiens zusammen, Häuser stürzten ein, Straßen wurden blockiert.

Überall rannten Menschen in Panik auf die Straßen. Das Zentrum des Bebens lag in der dünn besiedelten Bergregion Badachschan im Nordosten Afghanistans. Dort kostete eine vom Beben ausgelöste Massenpanik zahlreiche Schülerinnen das Leben.

Die Zahl der Toten allein in Pakistan stieg bis Montagabend (Ortszeit) auf 100, es gab Hunderte Verletzte. Die meisten Opfer gebe es in der nordwestlichen Provinz Khyber-Pakhtunkhwa und in den Stammesregionen an der Grenze zu Afghanistan, sagte ein Sprecher von Premierminister Nawaz Sharif.

Hier rechneten die Behörden mit steigenden Opferzahlen. Viele Menschen wurden von herabfallenden Trümmerteilen getroffen. Das Beben habe länger als eine Minute gedauert und schwere Schäden angerichtet, sagte ein Augenzeuge der Deutschen Presse-Agentur.

Die betroffene Region ist das Dreiländereck von Afghanistan, Pakistan und Tadschikistan.

In einer Schule in der nordafghanischen Provinz Takhar löste das Beben eine Massenpanik aus, bei der mindestens zwölf Schülerinnen starben. Die Mädchen hätten panisch versucht, ihre Schule zu verlassen, sagte der Chef des Provinzkrankenhauses, Hafisullah Sapai. Dabei seien 39 weitere Schüler verletzt worden. Mindestens sechs Menschen starben in der ostafghanischen Provinz Nangarhar, wie die Polizei mitteilte.

Der Gouverneur der Provinz Badachschan sagte, er befürchte, dass mehrere Wohngebiete in dem Berggebiet stark betroffen seien.

Das Potsdamer Geoforschungszentrum registrierte eine Stärke von 7,5, ebenso die US-Erdbebenwarte. Das Zentrum des Bebens lag rund 70 Kilometer südlich der afghanischen Stadt Faisabad, wo die Bundeswehr bis 2012 ein Außenlager unterhielt.

"Was es günstiger macht ist, dass das Beben sehr tief ist, also 205 Kilometer", sagte Professor Frederik Tilmann vom Geoforschungszentrum Potsdam (GFZ) der dpa. Das Ausmaß der Schäden sei voraussichtlich sehr viel geringer als es 2005 in Kaschmir, "wo wir Zehntausende Tote hatten bei einer ähnlichen Amplitude".

In Pakistan forderte die Regierung Streitkräfte, Polizisten, lokale Beamte und zivile Helfer dazu auf, alle verfügbaren Kräfte zu mobilisieren. Ein Augenzeuge in Abbottabad berichtete der Zeitung "Dawn", in seiner Region seien mehrere Erdrutsche ausgelöst worden.

Erdrutsche blockierten auch die Hauptverbindungsstraße zwischen Pakistan und China. Nach Angaben der Verkehrsbehörde steckten tausende Reisende in der abgelegenen Region fest. Auch im Swat-Tal gebe es viele Schäden, schrieb die pakistanisch-kanadische Dokumentarfilmerin Sharmeen Obaid-Chinoy auf Twitter. In der Hauptstadt Islamabad fiel wegen des Bebens das Fernsehen aus.

Im nordindischen Kaschmir brachen die Handy-Netze zusammen. Die Erschütterungen waren bis in die Hauptstadt Neu Delhi und in die nepalesische Hauptstadt Kathmandu zu spüren.

Fast auf den Tag genau vor einem halben Jahr, am 25. April, gab es ein großes Himalaya-Erdbeben der Stärke 7,8, dessen Zentrum in Nepal lag. Damals starben rund 9000 Menschen.

Indiens Premierminister Narendra Modi bot den betroffenen Regionen Hilfe an. Er betonte, dies gelte auch für Pakistan - das ist der Erzfeind Indiens. Erst Stunden vor dem Erdbeben war an der Waffenstillstandslinie zwischen den beiden Atommächten noch geschossen worden, dabei hatte es auf beiden Seiten Tote gegeben.

Bei der Messung von Erdbeben wird die Stärke der Bodenbewegung angegeben (Magnitude). Weltweit treten jährlich etwa 50 000 Beben der Stärke 3 bis 4 auf. Etwa 800 haben die Stärken 5 oder 6. Ein Großbeben hat den Wert 8.

Erdbeben können je nach Dauer, Bodenbeschaffenheit und Bauweise unterschiedliche Auswirkungen haben. Meist gilt: Stärke 6: mäßiges Beben, Tote und schwere Schäden in dicht besiedelten Regionen. Stärke 7: starkes Beben, oft mit katastrophalen Folgen.

US-Erdbebenwarte

Geoforschungszentrum Potsdam

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