Mindestens 30 Tote nach schwerem Erdbeben in Indonesien

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Ein Verletzter wird in ein Krankenhaus in Bandung (Indonesien) gebracht.

Jakarta - Ein heftiges Erdbeben der Stärke 7,3 hat am Mittwoch die indonesische Hauptinsel Java erschüttert. Mindestens 30 Menschen kamen ums Leben und Dutzende wurden teils schwer verletzt.

Die Lage blieb auch Stunden nach dem Erdstoß unübersichtlich: In den betroffenen Regionen waren Strom- und Telefonverbindungen teilweise gestört und der Katastrophenschutz konnte sich keinen schnellen Überblick über die Schäden verschaffen.

Kastrophenschutz erwartet noch mehr Tote

“Wir rechnen damit, dass die Totenzahlen steigen, weil wir noch nicht aus allen Regionen Meldungen bekommen haben“, sagte Priyadi Kardono, der Sprecher der Katastrophenschutzbehörde. Das Erdbeben ereignete sich am Nachmittag um 14.55 Uhr Ortszeit (9.55 Uhr deutscher Zeit).

Die Behörde schickte sechs mobile Einsatzteams in die betroffene Region. Lokale Fernsehsender zeigten am Abend aus verschiedenen Städten vereinzelte beschädigte Häuser, teils eingestürzte Dächer und rissige Wände. Eine Tsunami-Warnung wurde nach kurzer Zeit aufgehoben.

Epizentrum 200 Kilometer südöstlich von Jakarta

Das Epizentrum lag vor der Südküste rund 200 Kilometer südöstlich der Millionenmetropole Jakarta. Dort war der Erdstoß deutlich zu spüren. Wände wackelten, Geschirr fiel aus den Schränken, Glasscheiben gingen zu Bruch und tausende Menschen rannten in Panik auf die Straßen. Einige Bürohochhäuser in der Innenstadt wurden vorsorglich geräumt. In Jakarta seien 27 Menschen verletzt worden, die meisten durch umherfliegendes Glas, sagte Rustam Pakaya, Chef des Krisenzentrums im Gesundheitsministerium.

Der Katastrophenschutz zählte die Toten in mehreren Städten südlich von Jakarta, unter anderem in Cianjur, Tasikmalaya und Sukabumi. In den Bezirken seien jeweils mehrere Dutzend Menschen verletzt und zahlreiche Häuser beschädigt worden. In Bandung in Westjava stürzten zehn Bürohäuser ein. Dennoch seien von dort keine Todesopfer gemeldet worden. In Cianjur suchten mehr als 5000 Menschen Zuflucht in Regierungsgebäuden, weil sie sich nicht nach Hause trauten und darauf hofften, dass die staatlichen Gebäude besser gebaut sind als ihre eigenen und Nachbeben besser standhalten.

Augenzeugin: „Ich sah Dächer einstürzen“ 

“Hier sind alle Leute in Panik geraten“, schilderte Lia Amalia, die in der Stadt Bogor rund 60 Kilometer südlich von Jakarta in einem Einkaufszentrum unterwegs war, dem Nachrichtendienst detik.com. “Ich sah Dächer einstürzen.“

In der Region stoßen im Erdinnern verschiedene Erdplatten aufeinander. Spannungen entladen sich dort häufig in Form von Erdbeben. Experten nennen das Subduktion. Eine der längsten Subduktionszonen weltweit ist mit rund 6000 Kilometern der Sundabogen. Indonesien liegt mit seinen Inseln direkt an oder unmittelbar auf dieser Subduktionszone. Das mit einer Stärke von über neun größte je in Indonesien registrierte Erdbeben ereignete sich Weihnachten 2004 vor Sumatra. Der anschließende Tsunami verwüstete riesige Landstriche rund um den Indischen Ozean und riss mehr als 230 000 Menschen in den Tod, 170 000 allein in Indonesien.

dpa

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