Spanier erlassen Haftbefehl gegen drei KZ-Wächter

Madrid - Ein spanisches Gericht hat drei mutmaßliche frühere KZ-Aufseher wegen Beihilfe zum Völkermord und Verbrechen gegen die Menschlichkeit angeklagt.

Gegen die drei mutmaßlichen Nazi-Verbrecher wurden internationale Haftbefehle erlassen. Wie der Madrider Ermittlungsrichter Ismael Moreno am Donnerstag mitteilte, stehen die drei Männer im Verdacht, als KZ-Wächter Beihilfe zum Völkermord und zu Menschenrechtsvergehen geleistet zu haben. Zwei der Verdächtigen - Johann Leprich und Anton Tittjung - leben nach Angaben der spanischen Justiz in den USA. Der dritte - Josias Kumpf - soll in Österreich wohnhaft sein.

Der Richter legte ihnen zur Last, an Nazi-Verbrechen in den Konzentrationslagern Mauthausen und Sachsenhausen beteiligt gewesen zu sein, in denen auch Tausende von Spaniern zu Tode kamen. Der aus Rumänien stammende Leprich (84) sei Aufseher im KZ Mauthausen gewesen, wo die Gefangenen misshandelt, gefoltert und ermordet worden seien.

Der aus dem früheren Jugoslawien stammende Tittjung (85) stehe im Verdacht, als bewaffneter Wächter KZ-Gefangene in Mauthausen bei der Verrichtung von “Sklavenarbeit“ beaufsichtigt zu haben. Dem ebenfalls im ehemaligen Jugoslawien geborenen Kumpf (84) legte Moreno zur Last, als Aufseher im KZ Sachsenhausen gedient zu haben.

Die Ermittlungen in Spanien waren durch ein Klagegesuch einer Gruppe spanischer KZ-Überlebender initiiert worden. Die Justiz ließ die Klage zu, da in den Konzentrationslagern auch viele Spanier ums Leben gekommen waren. Nach Angaben der Kläger waren allein im KZ Mauthausen über 7000 Spanier inhaftiert gewesen, von denen mehr als 4300 ums Leben kamen.

Die spanische Justiz hatte im Juli 2008 Ermittlungen gegen insgesamt vier mutmaßliche Nazi-Verbrecher aufgenommen. Darunter war auch der gebürtige Ukrainer John Demjanjuk gewesen. Gegen den 89- Jährigen erließ der Madrider Richter jedoch keinen Haftbefehl, sondern entschied, zunächst die Ermittlungen in Deutschland abzuwarten.

Demjanjuk ist in München wegen Beihilfe zum Mord in 27 900 Fällen angeklagt. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm vor, als Wachmann 1943 im Vernichtungslager Sobibor im besetzten Polen bei der Ermordung tausender Juden in den Gaskammern geholfen zu haben. Demjanjuk sitzt seit seiner im Mai erfolgten Abschiebung aus den USA in München- Stadelheim in Untersuchungshaft.

dpa

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