Tod bei SM-Sex? Prozess um Promi-Banker

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Am 1. März 2005 tot aufgefunden: Der französische Bankier Edouard Stern.

Genf - Vier Jahre nach dem skandalumwobenen Tod des französischen Bankiers Edouard Stern muss sich dessen Ex-Geliebte ab Mittwoch vor dem Genfer Geschworenengericht verantworten.

Die 40-jährige Französin ist der vorsätzlichen Tötung angeklagt; sie ist geständig. Sex, Geld und Blut: Das Verbrechen an dem Promi-Banker birgt reichlich Schlagzeilenpotenzial für die Klatschpresse. Der 50-jährige Stern wurde am 1. März 2005 gefesselt und nur mit einem Latex-Anzug bekleidet tot in seiner Wohnung im Genfer Stadtzentrum aufgefunden. Er war am Abend zuvor offenbar während sadomasochistischen Sexspielen durch vier Schüsse getroffen worden, zwei davon in den Kopf.

Das Opfer stand auf der Liste der reichsten Franzosen auf Platz 38, war eine bekannte Figur in der internationalen Hochfinanz. Nach wilden Spekulationen über Täterschaft und Motiv wurde gut zwei Wochen nach der Tat die langjährige Geliebte des Bankiers in Genf verhaftet.

Die damals 36 Jahre alte Französin, die sich mit Stern wegen Geldangelegenheiten gestritten hatte, legte rasch ein Geständnis ab. Sie war im Besitz des einzigen fehlenden Schlüssels für die Genfer Wohnung des Bankiers. Auf ihren Hinweis wurden wenig später drei Schusswaffen aus dem Genfersee bei Montreux geborgen.

„Durchtriebene Kokotte“?

Der Untersuchungsrichter vermutet einen Rechtsstreit um eine Million Dollar als Tatmotiv. Stern hatte diese Summe auf ein Bankkonto in der Schweiz überwiesen, auf das die Geliebte Zugriff hatte, dieses aber später sperren lassen. Der Genfer Staranwalt Marc Bonnant , der die Interessen der Bankiersfamilie vertritt, hatte die mutmassliche Täterin bei einer Anhörung vor der Genfer Anklagekammer als “durchtriebene Kokotte“ bezeichnet, die es auf das Geld des ihr verfallenen Bankiers abgesehen habe.

Die Verteidigung stellte die Frau demgegenüber als Opfer dar, die die sexuellen Fantasien des Geliebten habe befriedigen müssen. Die Verteidigung will auf Totschlag plädieren. Die Angeklagte leidet nach Darstellung ihres Anwalts unter schweren Depressionen. Im April 2008 schnitt sie sich in der Untersuchungshaft mit einer Rasierklinge die Pulsadern auf, konnte aber gerettet werden. Die Frau wurde psychiatrisch begutachtet.

Der Prozess ist auf acht Verhandlungstage angesetzt. Dutzende von Zeugen, darunter bekannte französische Persönlichkeiten, sind vorgeladen.

AP

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