UN: Sicherheitslage in Afghanistan nicht verbessert

Kabul - Die Sicherheitslage in Afghanistan hat sich nach UN-Angaben im Vergleich zum Vorjahr nicht verbessert. Die Zahl der Bomben- und Selbstmordanschläge ist sogar gestiegen.

Ein am Samstag veröffentlichter Bericht von UN-Generalsekretär Ban Ki Moon an den Sicherheitsrat zeichnet ein recht düsteres Bild. So nahm die Zahl der Bombenanschläge auf den Straßen in den ersten vier Monaten des Jahres im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 94 Prozent zu. Die Zahl der Mordanschläge auf afghanische Behördenvertreter sei um 45 Prozent gestiegen. Pro Woche würden etwa drei Selbstmordanschläge verübt, die Hälfte davon in den überwiegend von Paschtunen bewohnten Gegenden im Süden Afghanistans, heißt es weiter.

Das ist Afghanistan

Das ist Afghanistan

Der UN-Bericht steht im Gegensatz zu Äußerungen aus dem US-Verteidigungsministerium, wo es zuletzt hieß, es gebe langsame, aber stetige Fortschritte in Afghanistan. Allerdings räumt auch der UN-Bericht ein, dass die Zunahme der Angriffe auch mit den Militäroffensiven zu Beginn des Jahres im Süden des Landes zusammenhänge. Es gebe aber auch ermutigende Zeichen, heißt es in dem Bericht. Dazu gehöre das Vorhaben der Regierung, auf die aufständischen Taliban zuzugehen. Die Vereinten Nationen arbeiteten auch eng mit der afghanischen Regierung zusammen, um die für September geplante Parlamentswahl vorzubereiten. Mit Bezug auf den UN-Bericht betonte auch NATO-Sprecher Brigadegeneral Josef Blotz, die internationalen Streitkräfte machten Fortschritte. Es seien zwar weiter harte Kämpfe zu erwarten, aber das Blatt wende sich. Die NATO und die afghanischen Streitkräfte würden immer schneller diejenigen identifizieren, die für Angriffe verantwortlich seien.

Auch sei die Zahl der Zivilisten, die bei Einsätzen der internationalen Streitkräfte getötet oder verwundet würden, seien in den vergangenen zwölf Wochen im Vergleich zum Vorjahr um 44,4 Prozent gesunken. Wegen der verstärkten Militäreinsätze steigt aber auch die Zahl der getöteten Soldaten. Der Juni droht zum verlustreichsten Monat für die US-Truppen seit dem Einmarsch in Afghanistan Ende 2001 zu werden. US-Verteidigungsminister Robert Gates versicherte am Mittwoch, es gebe Fortschritte. “Wir gewinnen wieder die Initiative zurück.“

dapd

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