Sex-Partys: Verhör-Marathon für Strauss-Kahn

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Dominique Strauss-Kahn bei seiner Ankunft vor der Polizeistation in Lille.

Paris - Vier Ermittler befragen Dominique Strauss-Kahn zu seiner Verwicklung in illegale Sex-Partys. Die Teilnahme an den Partys gibt der Ex-IWF-Chef zu. Aber er will nichts über die Hintergünde gewusst haben.

Peinlichen Fragen musste sich der frühere IWF-Chef Dominique Strauss-Kahn am Mittwoch bei seinen Vernehmungen zu seiner Beteiligung an illegalen Sex-Partys den zweiten Tag in Folge stellen. Die französische Justiz hatte dazu am Vorabend das Polizeigewahrsam gegen den 62-Jährigen auf 48 Stunden verlängert - er kann theoretisch bis Donnerstag festgehalten werden. Es wurde erwartet, dass die Justiz spätestens am Mittwochabend eine Entscheidung über den weitern Verlauf des Verfahrens trifft.

Nach Informationen des TV-Nachrichtensenders BFM war Strauss-Kahn bisher bei seiner Version der Ereignisse geblieben. Demnach gab er zwar eine Teilnahme an den Partys zu, nicht jedoch die Kenntnis von deren Finanzierung beziehungsweise der Teilnahme von Prostituierten.

Die Affäre Strauss-Kahn: Ein Sex-Krimi in Bildern

Die Affäre Strauss-Kahn: Ein Sex-Krimi in Bildern 

Strauss-Kahn steht unter dem Verdacht, als regelmäßiger Kunde von Prostituierten an schwerer bandenmäßiger Zuhälterei beteiligt gewesen zu sein. Nach Einschätzung der Ermittler könnte er zudem von veruntreuten Firmengeldern profitiert haben. Die Vernehmungen des ehemaligen französischen Spitzenpolitikers hatten bereits am Dienstagvormittag begonnen. Die Nacht zum Mittwoch musste er in einer Gendarmerie-Kaserne der nordfranzösischen Stadt Lille verbringen.

Bei der Callgirl-Affäre geht es vor allem um die Frage, ob Strauss-Kahn bei seiner Teilnahme an gesponserten Sex-Partys in Paris, Brüssel und Washington wusste, dass die Frauen Prostituierte waren. Sollten die Ermittler eindeutige Hinweise darauf finden, droht dem früheren Chef des Internationalen Währungsfonds (IWF) ein Anklageverfahren.

Eine andere Sex-Affäre hatte Strauss-Kahn im Vorjahr sämtliche Zukunftspläne gekostet. Nach Vergewaltigungsvorwürfen eines New Yorker Zimmermädchens musste er nicht nur den IWF-Chefposten, sondern auch seine Hoffnungen auf die Präsidentschaftskandidatur der französischen Sozialisten aufgeben. Die US-Justiz stellte das strafrechtliche Verfahren zwar wegen Zweifeln an der Glaubwürdigkeit der Frau ein, eine zivilrechtliche Klage ist aber noch anhängig.

dpa

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