Fährunglück in Südkorea

"Sewol"-Drama: Küstenwache wird aufgelöst

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Der Untergang der Fähre "Sewol": Noch immer gelten 18 der ursprünglich 476 Insassen als vermisst.

Seoul - Vor gut einem Monat ist die südkoreanische Fähre "Sewol" untergegangen. Rund 300 Menschen starben bei dem Unglück. Nun hat Staatschefin Park Geun Hye die Auflösung der Küstenwache angekündigt.

Als Konsequenz aus dem Fährunglück mit rund 300 Toten vor mehr als einem Monat in Südkorea will die Regierung die Küstenwache abschaffen. Deren Rettungsarbeit nach der Havarie der „Sewol“ am 16. April sei faktisch ein Fehlschlag gewesen, sagte Präsidentin Park Geun Hye am Montag in einer im Fernsehen verlesenen Erklärung. Unter Tränen entschuldigte sie sich erneut für die heftig kritisierten Reaktion der Behörden. „Die oberste Verantwortung für den unangemessenen Umgang mit dem Unglück liegt letztlich bei mir.“

Zugleich versprach Park, Korruption und die Verflechtungen zwischen den Regulierungsstellen und den Schifffahrtsunternehmen zu bekämpfen. Die Aufgaben der Küstenwache sollen auf eine neu zu gründende Sicherheitsbehörde und die nationale Polizei übertragen werden. Ferner schlug die Staatschefin ein Sondergesetz zur Einsetzung eines Untersuchungsausschuss aus Abgeordneten und Experten zu dem Unglück vor.Die Regierung war nach der Katastrophe stark unter Druck geraten.

Insbesondere die Familien der Opfer werfen den Behörden vor, nicht genug für die Rettung der Insassen getan zu haben. Bei dem Unglück vor der Südwestküste des Landes kamen nach jüngsten Angaben mindestens 287 Menschen ums Leben. Noch immer galten 17 der ursprünglich 476 Insassen als vermisst. Die meisten von ihnen waren Schüler auf einem Ausflug. Die Suche nach den Vermissten am Wrack dauert an.

Die größte Oppositionspartei, Neue politische Allianz für Demokratie, warf der Regierung nach der Rede Parks vor, das Problem nicht richtig erkannt zu haben. Park erwecke den Eindruck, die Regierung wolle die Verantwortung für das Schiffsunglück allein auf die Küstenwache übertragen.

Die Behörden hätten es nicht geschafft, die Schüler auf dem sinkenden Schiff in Sicherheit zu bringen, sagte Park. „Ich werde die Gelegenheit nutzen, dass Südkorea wiedergeboren wird.“ Park hatte sich bereits zuvor wiederholt für unzulängliches Krisenmanagement entschuldigt.

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Gegen den Kapitän und drei weitere Besatzungsmitglieder der „Sewol“ hatte die Staatsanwaltschaft Anklage wegen vorsätzlicher Tötung erhoben. Die elf anderen leitenden Besatzungsmitglieder wurden unter anderem wegen Fahrlässigkeit angeklagt. Auch sie werden beschuldigt, die Passagiere auf dem sinkenden Schiff im Stich gelassen zu haben.

Auch der Geschäftsführer der Reederei der Fähre und vier weitere Manager waren verhaftet worden. Gegen die Eigentümerfamilie der Reederei und verbundene Unternehmen wird unter anderem wegen Korruption, Untreue und Steuerhinterziehung ermittelt.

dpa

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