Seligsprechung von Johannes Paul II. rückt näher

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Der im Jahr 1978 zum Katholischen Oberhirten gewählte Papst Johannes Paul II., soll möglicherweise schon bald selig gesprochen werden.

Rom - Die Seligsprechung von Papst Johannes Paul II. rückt näher. Papst Benedikt XVI. erkannte am Samstag in einem Dekret die “heroischen Tugenden“ des im Jahr 2005 gestorbenen Vorgängers an.

Der damit gemeinte Nachweis eines besonders vorbildlichen Lebens und der Opferbereitschaft gilt als wichtige Etappe vor einer Seligsprechung. Weit strittiger dürfte sein, dass Benedikt überraschend und nach langem Zögern ein solches “Tugend-Dekret“ auch für Pius XII. (1939-1958) unterzeichnete, dem von jüdischer Seite vorgeworfen worden war, sich nicht gegen Juden- Verfolgung und Holocaust gestellt zu haben.

Die für Selig- und Heiligsprechungen verantwortliche Kongregation hatte Benedikt das Dekret für Johannes Paul II. vorgelegt, das von ihr einstimmig hinter verschlossenen Türen befürwortet worden war. Was noch folgen muss, ist die kirchliche Anerkennung eines von dem polnischen Papst bewirkten Wunders. Italienische Medien spekulierten, Johannes Paul II. könnte bereits 2010 seliggesprochen werden - etwa um den 16. Oktober herum, dem Jahrestag seiner Wahl zum Papst 1978.

Die Seligsprechung ist die Vorstufe zur Heiligsprechung. Abweichend von kirchenrechtlichen Regeln hatte Benedikt den “Santo subito“-Ruf vieler Katholiken aufgegriffen und nach nur drei Monaten den Prozess der Seligsprechung eingeleitet.

Normalerweise wird dieses Verfahren frühestens fünf Jahre nach dem Tod eines möglichen Seligen oder Heiligen eröffnet. Und nur in einigen Fällen führte die Prüfung bereits nach wenigen Jahren zu einer Selig- oder Heiligsprechung. Was den polnischen Papst angeht, so hat sich der Erzbischof von Brüssel, Kardinal Godfried Danneels, kritisch zum “beschleunigten“ Verfahren für Karol Wojtyla geäußert: Auch dessen Seligsprechungsprozess solle “normaler Prozedur“ folgen.

Unter den möglichen Fällen einer auf Johannes Paul zurückgeführten Wunderheilung ragt die Gesundung der französischen Ordensschwester Marie Simon-Pierre hervor. Sie soll plötzlich von der unheilbaren Parkinson-Krankheit befreit gewesen sein, nachdem in den Monaten nach dem Tod des Papstes dieser in Gebeten um Hilfe angefleht worden war. Auch Johannes Paul II. litt an der Krankheit. Dieses dem polnischen Papst zugeschriebene Wunder muss nun geprüft werden.

Benedikt hatte Pius XII. immer gegen Vorwürfe verteidigt und betont, es gebe sehr wohl Beweise, dass sich dieser teils geheim und diskret für Juden eingesetzt habe. Mehrfach hatte der deutsche Papst angedeutet, dass er seine Zustimmung in dem Seligsprechungsprozess für Pius XII. schon bald geben werde. Benedikt wollte offensichtlich aber seinen Besuch in Israel im Mai dieses Jahres nicht mit diesem heiklen Fall belasten. Auch jüdische Wissenschaftler haben inzwischen eine Lanze für Pius XII. gebrochen, der Juden in Rom geholfen und auch gegen die Verfolgungen durch die Nazis Stellung bezogen habe.

dpa

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