Hongkong

Sechs Jahre Haft wegen Misshandlung von Putzfrau

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Protestierende vor dem Gerichtsgebäude in Hongkong. In der Mitte das Opfer der Gewalttat Erwiana Sulistyaningsih.

Hongkong - In einem wegweisenden Prozess ist eine Hongkongerin für die Misshandlung ihrer Haushaltshilfe zu sechs Jahren Haft verurteilt worden. Der Fall hatte auf die Situation der Putzfrauen in Hongkong aufmerksam gemacht.

Zudem verurteilte ein Hongkonger Gericht die 44-Jährige am Freitag zur Zahlung einer Strafe von 15 000 Hongkong-Dollar (1700 Euro), wie lokale Medien berichteten. Die Richterin sah es als erwiesen an, dass die Hongkongerin ihre aus Indonesien stammende Haushälterin unter anderem geschlagen und ihr den Schlauch eines Staubsaugers in den Mund gerammt hatte.

Der Fall der Haushaltshilfe aus Indonesien hatte die Situation der Putzfrauen in Hongkong international bekannt gemacht. Etwa die Hälfte der 320 000 Haushaltshilfen im wohlhabenden Hongkong sind Frauen aus Indonesien. Eine Studie der Behörden hatte 2013 das ganze Ausmaß des Problems offenbart. Demnach haben 58 Prozent der Haushaltshilfen verbale Angriffe erdulden müssen, 18 Prozent wurden körperlich misshandelt und 6 Prozent berichteten von sexuellem Missbrauch.

Ausländische Helferinnen arbeiten seit dem wirtschaftlichen Aufschwung Hongkongs in den 70er Jahren in der Stadt. Neben dem Haushalt kümmern sie sich um die Kinderbetreuung oder pflegen alte Menschen. Ihr Mindestlohn liegt derzeit bei umgerechnet rund 460 Euro im Monat.

dpa

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