Bedeutende Spur

Scotland Yard: Hoffnung im Fall Maddie noch nicht aufgegeben

+
Fotos und Andenken an Madeleine McCann (Maddie) hängen an einer Kirchentür. Foto: Lusa Forra/Archiv

Vor knapp zehn Jahren verschwand die damals dreijährige Maddie in einer Ferienanlage in Portugal. Noch immer ist nicht klar, was mit dem Mädchen geschah. Die britische Polizei glaubt, eine bedeutende Spur zu haben.

London (dpa) - Auch zehn Jahre nach dem Verschwinden der dreijährigen Maddie hat die britische Polizei die Hoffnung auf eine Lösung des Falls nicht aufgegeben. Vier Beamte seien weiterhin mit einer "kleinen Zahl von entscheidenden Ermittlungssträngen" befasst, teilte Scotland Yard mit.

"Wenn wir nicht dächten, dass sie bedeutend sind, würden nicht weitermachen", sagte Mark Rowley, Leiter für Sonderermittlungen bei Scotland Yard.

In welche Richtung die Ermittlungen gehen, wollte Rowley in einem Interview mit britischen Medien nicht sagen. "Es hilft den ermittelnden Teams nicht, über diese Aspekte zu sprechen." Es gebe "Goldstücke an Informationen", die zu einer Lösung des Falls führen könnten", so Rowley.

Weiterhin könne nicht ausgeschlossen werden, dass Maddie noch am Leben sei. Die damals dreijährige Madeleine McCann war am 3. Mai 2007 aus einer Ferienanlage in Portugal verschwunden. Die britische Polizei ermittelt seit 2011 in dem Fall. Die portugiesische Justiz hatte ihre Ermittlungen 2008 zunächst eingestellt, nahm sie im Oktober 2013 aufgrund neuer Indizien aber wieder auf. Die Zusammenarbeit mit den portugiesischen Kollegen sei "besser denn je", sagte Rowley.

Was genau mit Maddie geschah, ist weiterhin unbekannt. Ihre Eltern waren in einem nahegelegenen Restaurant essen, als Maddie aus dem Ferienappartement verschwand. Die Ermittler gehen davon aus, dass sie entführt wurde. Eine Beteiligung der Eltern gilt inzwischen als widerlegt. "Es gibt absolut keinen Grund, das wieder aufzumachen", sagte Rowley. Kate und Gerry McCann waren zeitweise ins Visier portugiesischer Ermittler geraten.

Maddies Eltern bezeichneten den nahenden zehnten Jahrestag des Verschwindens eine "furchtbare Erinnerung an geraubte Zeit". Die Familie rüste sich für die kommenden Wochen. "Es ist wahrscheinlich, dass es stressig und schmerzhaft wird, umso mehr als die Wiederaufbereitung alter "Geschichten", falscher Informationen, Halbwahrheiten und blanker Lügen ihre Runde in Zeitungen, Sozialen medien und Sondersendungen machen wird", schrieben sie auf der offiziellen "Find-Maddie-Webseite". In der Vergangenheit hatten sie sich immer wieder mit Aufrufen an die Öffentlichkeit gewandt.

Mark Rowley versprach den Eltern, "alles Menschenmögliche zu tun", um eine Antwort darauf zu geben, was mit Maddie geschah. Ich würde es ihnen gerne garantieren, aber traurigerweise können Ermittlungen niemals zu 100 Prozent erfolgreich sein", sagte Rowley.

Allein die britischen Ermittlungen im Fall Maddie sollen mehr als 13 Millionen Euro gekostet haben. Zeitweise waren bis zu 30 Beamte im Einsatz. Im März bewilligte das britische Innenministerium Geld für weitere sechs Monate.

Interview Mark Rowley auf der Scotland-Yard-Webseite - Englisch

Pressemitteilung Scotland Yard - Englisch

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema:

Entwarnung nach Terrorangst in Londons Einkaufsviertel

Entwarnung nach Terrorangst in Londons Einkaufsviertel

Diese Stellen vergessen Sie beim Putzen andauernd

Diese Stellen vergessen Sie beim Putzen andauernd

Werbung für Abtreibung: Ein Urteil heizt alte Debatten an

Werbung für Abtreibung: Ein Urteil heizt alte Debatten an

Weg damit! Diese sechs Dinge sorgen in der Wohnung für miese Laune

Weg damit! Diese sechs Dinge sorgen in der Wohnung für miese Laune

Meistgelesene Artikel

US-Kampfjet-Pilot zeichnet riesiges Geschlechtsteil an den Himmel - Militär stinksauer

US-Kampfjet-Pilot zeichnet riesiges Geschlechtsteil an den Himmel - Militär stinksauer

Schweres Busunglück in Kolumbien: Mindestens 14 Tote

Schweres Busunglück in Kolumbien: Mindestens 14 Tote

Charles Manson ist tot: Mörder, Sektenführer und perverse Pop-Ikone

Charles Manson ist tot: Mörder, Sektenführer und perverse Pop-Ikone

10.000 Fälle betroffen: Daten in britischem Labor manipuliert

10.000 Fälle betroffen: Daten in britischem Labor manipuliert

Kommentare