Wie schneeverwöhnte Länder den Winter meistern

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Ein Traktor transportiert in Hessen Schnee ab.

Kopenhagen/Wien/Genf - Viele Reisende in Deutschland reagieren angesichts der Schwierigkeiten auf Flughäfen und bei der Bahn mit Unverständnis: Warum kommen wir mit dem Schnee nicht zurecht?

In den Alpenländern und im Norden Europas mag die Antwort lauten: Man ist an viel Schnee gewöhnt und besser darauf eingestellt. Doch auch die Nordeuropäer haben derzeit mit ungewohnten Verhältnissen zu kämpfen: In Helsinki fielen von Sonntag auf Montag fast 70 Zentimeter Schnee - so viel wie seit 1915 nicht mehr. Die Behörden wissen nicht mehr, wohin mit den geräumten Schneemassen.

Busse und Straßenbahnen fahren deutlich langsamer als üblich. Im südlichen Schweden mussten am Montag 100 von 350 Bahnverbindungen wegen Schneeverwehungen eingestellt werden. Bei all dem bleiben die Skandinavier aber eine Spur gelassener als die südlicher lebenden Nachbarn. “Es gibt kein schlechtes Wetter, es gibt nur schlechte Kleidung“, sagte etwa die Dänin Ellen Holm, als sie sich zu Fuß zu ihrem Arbeitsplatz im Krankenhaus von Roskilde durchkämpfte. Die Polizei hatte von Autofahrten abgeraten.

Ein typisches Phänomen in Wien: Bringt der Winter Schnee, steht erstmal alles still. Rasch setzt aber ein Gewöhnungseffekt ein. “Nach den ersten chaotischen Tagen hat man das dann wieder im Griff, teilt sich Wege und Zeit anders ein und stellt sich auf andere Verhältnisse ein“, erklärt Sieglinde Rernböck, Sprecherin des Autofahrerclubs ARBÖ. Am Flughafen Wien-Schwechat ist ein Team von 500 Arbeitern für die Schneeräumung und das Enteisen der Flugzeuge zuständig. “Das sind alles Mitarbeiter des Flughafens, die das Gelände und die Besonderheiten des Betriebes kennen“, sagte ein Sprecher des Flughafens. 72 Fahrzeuge sind im Einsatz, vom Enteiser über Schneepflüge bis zur Schneeblasmaschine. Bei fünf Zentimetern Schnee müssen bereits 700 Lastwagenfuhren Schnee abtransportiert werden.

In Genf in der schneeverwöhnten Schweiz legten unerwartet gewaltige Schneemassen den Flughafen kürzlich völlig lahm. 2000 Lastwagen-Ladungen Schnee mussten weggeschafft werden. Rund 200 gestrandete Passagiere verbrachten die Nacht in Zivilschutzräumen oder am Flughafen. Mit ihren Maßnahmen ist die Schweiz nicht zimperlich: Rigoros werden Alpenpässe gesperrt und Schneeketten für Lastwagen auf bestimmten Strecken angeordnet. Die Salzlieferer im Land meldeten dennoch bereits wieder Engpässe - wie schon im vergangenen Jahr. Fazit: Es ist wohl doch nicht alles besser als hierzulande.

dpa

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