BP schließt erstes der drei Öllecks

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Ölteppich im Golf von Mexiko.

Washington - Im Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko ist ein erster Fortschritt in Sicht. Das erste und kleinste Leck unter Wasser ist gestopft. Von Aufatmen kann aber noch nicht die Rede sein.

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Knapp zwei Wochen nach dem Untergang der Bohrinsel “Deepwater Horizon“ wollte BP außerdem mit einem spektakulären Manöver zum Abdichten der Hauptquelle für den Ölzufluss beginnen: Ein Schiff sollte eine etwa 113 Tonnen schwere Stahlkuppel aufs Meer bringen, die in den nächsten beiden Tagen über das sprudelnde Bohrloch in 1500 Metern Tiefe gestülpt werden soll.

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BP will das darin aufgefangene Öl dann auf ein Bohrschiff leiten. Der Konzern hofft, dass das komplizierte System innerhalb von sechs Tagen einsatzbereit ist. Eine derartige Aktion so tief im Meer hat es bisher noch nie gegeben. BP-Manager Doug Suttles sagte, dass es angesichts der Schwierigkeiten zunächst “frustrierend“ werden könne, aber: “Ich bin überzeugt, dass wir sie (die Kuppel) zum Funktionieren bringen.“

Politischer Druck auf BP

Inzwischen werden in Washington die Rufe lauter, BP nicht nur für die Reinigungsarbeiten, sondern auch für die zu erwartenden Schäden für die Umwelt und die Wirtschaft in vollem Umfang zur Kasse zu bitten. Zwei demokratische Senatoren im Kongress wollen erreichen, dass eine bestehende gesetzliche Obergrenze für derartige Schadensersatzleistungen von 75 Millionen Dollar auf zehn Milliarden Dollar (7,7 Milliarden Euro) erhöht wird.

Nach Medienberichten findet ihr Vorstoß immer mehr Unterstützung. Der Kommunikationsdirektor im Weißen Haus, Dan Pfeiffer, sagte in einem Blog, dass auch Präsident Barack Obama eine deutliche Anhebung unterstütze. BP-Chef Tony Hayward hatte versichert, dass der Konzern seiner Verantwortung gerecht und alle “legitimen“ Ansprüche befriedigen werde.

Das Leck, das ein Unterwasserroboter mit einem Ventil schließen konnte, ist eines von drei, aus denen seit nunmehr fast zwei Wochen täglich mindestens 700 Tonnen Rohöl ins Wasser fließen. Bereits am Dienstag hatte Suttles deutlich gemacht, dass sich der Ölaustritt durch das Abdichten dieses kleinsten Lecks kaum verringern werde. Aber es sei ein Fortschritt: Man habe es bei den weiteren Arbeiten nur noch mit zwei statt drei undichten Stellen zu tun.

Das Wetter spielt weiter mit: Günstige Winde halten den Ölteppich weiter vom Festland fern, die Einsatzleiter erwarten, dass das mindestens bis zum Wochenende so bleibt. Damit erhalten die etwa 7500 Einsatzkräfte zusätzlich Zeit, um die Säuberungsarbeiten und Schutzmaßnahmen für die Küstenregion mit Hochdruck voranzutreiben. So wurde auch am Mittwoch daran gearbeitet, schwimmende Barrieren auszulegen, Öl abzuschöpfen und durch Chemikalien auf der Wasseroberfläche und unter Wasser in der Nähe der Lecks aufzubrechen.

Hoffnungen ruhen auf Stahlkuppel

Die Hoffnungen konzentrieren sich jedoch auf die rund 113 Tonnen schwere Stahlkuppel: Sie könnte, wenn alles klappt, nach Expertenangaben den Ölfluss aus dem Bohrloch zu 80 Prozent stoppen - so lange, bis das endgültige Abdichten der Lecks gelungen ist. Nach dem exakten Absetzen des Behälters in 1500 Metern Tiefe müssen noch Leitungen von der Konstruktion zu einem Bohrschiff gelegt werden.

Schwierig ist das Manöver schon allein wegen der Meeresströmungen. Kurt Reinicke vom Institut für Erdöl- und Erdgastechnik der TU Clausthal sagte der Nachrichtenagentur dpa zu dem Vorhaben: “Die Umweltbelastung wird abgestellt, Sie gewinnen Zeit (...) Aber das Problem ist natürlich nicht gelöst. Das ist es erst, wenn die Bohrung unter Kontrolle ist. In die Kuppel tritt ja weiter unkontrolliert Öl aus.“

Reinicke erklärte weiter, bevor die zwölf Meter hohe Konstruktion platziert werden könne, werde BP versuchen, ein neues Absperrventil über dem Bohrlochkopf anzubringen. Dazu müssten Leitungen kurz oberhalb des Kopfes gekappt werden. “Damit wird der Querschnitt der Bohrung geöffnet. Klappt es, (das Ventil anzubringen), wäre die Bohrung unter Kontrolle, klappt es nicht, wird mehr Öl ausströmen, weil Fließwiderstände beseitigt wurden“, erläuterte der Wissenschaftler.

Am 22. April war die Bohrinsel gesunken, die BP von der Firma Transocean geleast hatte. Es kursieren unterschiedliche Angaben, wie viel Öl im schlimmsten Fall noch austreten kann. Am Dienstag informierten Vertreter von BP und Transocean US-Kongressmitglieder hinter verschlossenen Türen über das Ausmaß des Unglücks und die Gegenmaßnahmen. Nach Medienberichten gab ein BP-Manager dabei als schlimmstes mögliche Szenario den täglichen Austritt von 60 000 Barrel Rohöl an - das wäre mehr als zehn Mal so viel wie jetzt ins Wasser gelangt. Suttles sagte am Mittwoch dem Sender CNN, dass dieses Szenario aber unwahrscheinlich sei. 60 000 Barrel entsprechen mehr als 8000 Tonnen.

dpa

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