Tote bei Schlag gegen Drogenkartell von "El Chapo"

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Großoffensive gegen das Sinaloa-Kartell von Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán: Die mexikanische Polizei hat 22 führende Mitglieder seines Kartells festgenommen. Foto: Jose Mendez

Mexiko-Stadt - Seit einigen Wochen sitzt Mexikos Drogenboss "El Chapo" (Der Kurze) wieder im Gefängnis. Nun geht die Regierung gegen seine Gefolgsleute vor - bei einem Zugriff kommt es zu Toten.

Nach der Festnahme des Drogenbosses Joaquín "El Chapo" Guzmán hat Mexikos Polizei bei einer Großoffensive 22 Mitglieder seines Drogenkartells festgenommen. Wie die Behörden mitteilten, sei der Zugriff in einer ländlichen Gegend im Bundesstaat Sonora im Grenzgebiet zu den USA erfolgt.

Die Festgenommen hätten dort Drogen gelagert und Migranten untergebracht, die in die USA gebracht werden sollten. Bei dem Zugriff seien zwei Menschen getötet worden. Bei dem Zugriff wurden laut Bundespolizei 250 Kilogramm Marihuana sichergestellt, zudem 18 Waffen.

US-Sicherheitsbehörden sollen laut Medienberichten Informationen zu den Transportrouten der Drogenhändler und möglichen Aufenthaltsorten geliefert haben. Nach dem Ausbruch aus einem Hochsicherheitsgefängnis war der Chef des Sinaloa-Kartells am 8. Januar gefasst worden. Die USA haben Guzmáns Auslieferung beantragt. Die US-Behörden werfen ihm unter anderem Mord, Drogenhandel, Bildung einer kriminellen Vereinigung und Geldwäsche vor. Mexikos Regierung unterstützt dies.

Das Sinaloa-Kartell gilt als eines der mächtigsten Syndikate Mexikos. Es kontrolliert im Westen des Landes den Kokain- und Marihuana-Schmuggel in die USA und unterhält enge Kontakte zu kolumbianischen Drogenhändlern. Mittlerweile hat das Kartell sein Geschäftsfeld erweitert und ist nach Einschätzung von Experten auch in Produktpiraterie, Menschenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt. Allein mit Drogen setzt es Schätzungen zufolge jährlich rund drei Milliarden US-Dollar um. Es ist nicht hierarchisch organisiert, sondern eine Allianz aus mehreren Drogenbossen und deren Gefolgsleuten. In den USA soll das Kartell zeitweise für rund 25 Prozent des Kokain-Angebots verantwortlich gewesen sein.

dpa

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