Schiffswrack aus dem 16. Jahrhundert gefunden

Stockholm - Taucher haben vor der schwedischen Küste vermutlich das Wrack eines der größten Kriegsschiffe aus dem 16. Jahrhundert gefunden. Ein Archäologe bewertete den Fund als “sehr interessant“.

Die “Mars“ sank im Mai 1564 in der Ostsee während einer Seeschlacht zwischen der schwedischen Marine und einer Flotte von Schiffen Dänemarks und der Deutschen Hanse. Dies berichtete Richard Lundgren, ein Mitglied des Taucherteams, am Freitag dem schwedischen Sender SVT.

Das aus Eichenholz gebaute Kriegsschiff hatte eine Besatzung von 800 Mann und war mit etwa 100 Kanonen bestückt. Die “Mars“ sollte nach dem Willen seiner Erbauer das “größte und fieseste“ Schiff seiner Zeit sein, sagte Lundgren.

“Wir haben lange auf dieses Wrack gewartet“, sagte der Chef der archäologischen Abteilung im Stockholmer Seehistorischen Museum, Andreas Olsson. Er wies jedoch darauf hin, dass weitere Untersuchungen notwendig seien um die Identität des Wracks mit Sicherheit zu bestimmen.

Der Fund sei “ein Sprung in eine Zeitmaschine“

Der Fund sei “sehr interessant“, sagte Olsson mit Blick auf einen Vergleich mit dem im 17. Jahrhundert auf seiner Jungfernfahrt gesunkenen Kriegsschiff “Vasa“ und der englischen “Mary Rose“. Die in den 1960er Jahren geborgene “Vasa“ wurde restauriert und ist seit 1990 im Vasa-Museum in Stockholm zu besichtigen. Teile des Wracks der im Jahr 1545 vor der englischen Küste gesunkenen “Mary Rose“ wurden 1982 geborgen.

Die Forscher hoffen, im Wrack der “Mars“ gut erhaltene Artefakte aus dem 16. Jahrhundert zu finden. Die kalten Temperaturen und der niedrige Sauerstoffgehalt in der Ostsee haben mitgeholfen, das Wrack zu konservieren. Außerdem kommt der holzfressende Schiffsbohrwurm dort nicht vor.

Der Fund sei “ein Sprung in eine Zeitmaschine“ sagte Lundgren, der mit seinem Team etwa 20 Jahre nach dem Wrack gesucht hat. Die schwedischen Behörden haben am Freitag verboten, in der Umgebung des Wracks nahe der Ostseeinsel Öland zu tauchen, fischen oder ankern.

dpa

Rubriklistenbild: © dpa (Symbolbild)

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