Rechtsradikaler (88) schießt im Holocaust-Museum um sich

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Polizisten vor dem Holocaust-Museum in Washington.

Washington - Ein 88-jähriger Rechtsradikaler hat im Washingtoner Holocaust-Museum das Feuer eröffnet. Er tötete einen Wachmann und wurde selbst niedergeschossen.

Wie der Sender CNN berichtet, handelt es sich bei dem Täter um den bekannten Rechtsradikalen James von Brunn. Der 88-Jährige stammt aus dem US-Bundesstaat Maryland. CNN beruft sich dabei auf Informationen aus Ermittlerkreisen.

Schießerei im Holocaust-Museum

Schießerei im Holocaust-Museum

Wie der Nachrichtensender meldet, begann die Schießerei um 12.50 Uhr Mittags.

Laut der amerikanischen Nachrichtenseite „The Huffington Post“ soll von Brunn das Museum mit einem Gewehr betreten haben. Anderen Medienberichten zufolge hatte er eine abgesägte Schrotflinte in der Hand.

Polizeichefin Kathy Lanier sagte auf einer Pressekonferenz: „In der Sekunde, in der er das Museum betrat, eröffnete er das Feuer.“ Von Brunn traf einen Wachmann und verwundete diesen schwer. Er starb an seinen Verletzungen.

Wie CNN berichtet, schossen die Wachmänner des Holocaust-Museums sofort zurück. Ihre Schüsse trafen von Brunn.

Der Bürgermeister von Washington, Adrian Fenty, beschrieb den Zustand des Sicherheitsbeamten zunächst als “sehr ernst“, den des Schützen als “kritisch“.  Sowohl der verwundete Wachmann als auch von Brunn wurden laut CNN in das „George Washington University Hospital“ transportiert. 

Dessen Auto sei in der Nähe des Museums gefunden worden und werde derzeit auf Sprengstoff untersucht, sagte ein Gewährsmann der Nachrichtenagentur AP. Das Holocaust-Museum wurde nach der Schießerei für den Rest des Tages geschlossen. Die umliegenden Straßen wurden abgeriegelt.

US-Präsident Barack Obama zeigte sich erschüttert und erklärte, die Bluttat zeige, “dass wir wachsam sein müssen gegen Antisemitismus und Vorurteile“ jeder Art.

Das ist der Rassist von Brunn:

Der US-Blog „Tapped“ hat bereits ein Foto des Rechtsradikalen James von Brunn (88) veröffentlicht.

Wie CNN berichtet, habe sich James von Brunn bereits in der Vergangenheit als “eingefleischter“ Rechtsextremist und Rassist von sich Reden gemacht, sei aber anscheinend seit längerem nicht mehr “aktiv“ gewesen. Er hat ein Buch mit mit antisemitischen Inhalten veröffentlicht. James von Brunn soll verschiedenen Medienberichten zufolge der rassistischen Ideologie der „White Supremacy“ (englisch für „weiße Vorherrschaft“ oder „Überlegenheit der Weißen“) anhängen. Diese Ideologie behauptet, dass Weiße allen anderen menschlichen „Rassen“ überlegen seien.

Wie die Internet-Seite „Huffington Post“ berichtet, soll von Brunn vor kurzem auf seinem Blog wirre und widerlichste Neonazi-Parolen verbreitet haben. So soll er behauptet haben, dass es Hitlers größter Fehler gewesen sei, dass er die Juden nicht vergast habe. Eine eindeutige Leugnung des Holocaust, wie sie in Deutschland strafbar ist! Von Brunn hat bereits eine sechseinhalbjährige Gefängnisstrafe verbüßt, weil er 1983 versuchte, einen Mitarbeitern der US-Notenbank Fed zu entführen. Irre: Sein rechtsradikaler Blog trägt einen Namen, der auf Deutsch „Heiliges westliches Imperium“ bedeutet.

Zeugen berichten von chaotischen Szenen

Augenzeugen im Museum wollen mindestens fünf Schüsse gehört haben. Eine Frau berichtete gegenüber CNN, sie habe einen blutenden Wachmann am Boden liegen sehen.

Dave Pearson, Lehrer einer sechsten Klasse, erklärte gegenüber einem CNN-Reporter, er sei gerade im vierten Stockwerk des Museums gewesen. Da habe er plötzlich einen Knall gehört.

Pearson: “Auf einmal macht es ,Bumm‘ und dann sagen sie uns, dass wir da bleiben sollen, wo wir sind.

Eine Frau, die anonym bleiben wollte, sagte CNN, die Schießerei habe sich neben dem Sicherheits-Checkpoint am Eingang des Museums ereignet. Umgehend sei sie von den Sicherheitskräften evakuiert worden. „Wir haben unten in der Halle gelbes Absperrband gesehen, als wir nach draußen gebracht wurden“, sagte sie. „Sie (die Wachleute; Anm. d. Red.) kamen rein und sagten, wir müssten auf der Stelle verschwinden. Dann brachten sie uns raus.“

Wie ein anderer Augenzeuge berichtete, seien auch mehrere verängstigte Schulkinder durch das Gebäude gerannt.

Das Holocaust-Museum wird streng bewacht. Es wird jährlich von etwa 1,7 Millionen Menschen besucht.

AP/dpa/fro

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