Schießerei mit ETA - Polizist getötet

Paris - Bei einem Schusswechsel mit mutmaßlichen Mitgliedern der baskischen Separatistenorganisation ETA ist in einem Vorort von Paris ein französischer Polizist getötet worden.

Der spanische Ministerpräsident José Luis Zapatero erklärte auf einer kurzfristig einberufenen Pressekonferenz am Mittwoch: “Frankreich hat einen hohen Preis für seine Hilfe gegen die ETA bezahlt.“ Die genauen Umstände der Schießerei vom Dienstagabend im östlichen Pariser Vorort Dammarie-les-Lys waren zunächst noch unklar. Ein Sprecher der französischen Polizeigewerkschaft, Michel Thooris, sagte, Beamte seien Informationen über einen Autodiebstahl in der Gegend nachgegangen. Sie hätten dabei ein Fahrzeug angehalten, um die Insassen zu überprüfen. In diesem Moment seien die Polizisten aus einem zweiten Fahrzeug heraus beschossen worden.

In die Ermittlungen seien auch Anti-Terror-Experten der Polizei eingeschaltet, sagte Thooris. Ein Tatverdächtiger wurde festgenommen, wie eine französische Polizeisprecherin mitteilte. Nach einem zweiten werde gefahndet. Presseberichte aus Spanien, wonach es sich bei dem Festgenommenen um ein Mitglied der baskischen Untergrundorganisation ETA handelt, bestätigte sie zunächst nicht. Zapatero kündigte an, dass er mit dem französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy über den Vorfall sprechen werde. Außerdem drückte er der Familie des getöteten Polizisten sein Beileid aus. Spanien und Frankreich würden ihren “unerbittlichen Kampf gegen die Kriminellen der Terrororganisation ETA“ fortsetzen.

Frankreich hat Spanien in der Vergangenheit im Kampf gegen die ETA immer wieder unterstützt, unter anderem bei gemeinsamen Razzien gegen mutmaßliche Mitglieder der Gruppe und mit der Bereitstellung von Geheimdienstinformationen. Außerdem dürfen spanische Sicherheitskräfte im Südwesten Frankreichs seit einem bilateralen Abkommen aus dem Jahr 2008 selbst gegen die ETA operieren. Anschlägen der ETA sind in den vergangenen 50 Jahren schon mehr als 825 Menschen zum Opfer gefallen. Etwa 750 Aktivisten der Untergrundorganisation sind zurzeit in Spanien und Frankreich inhaftiert.

DAPD

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