Hymne: Verlag droht mit Klage gegen Änderung

Wien - Die Politiker waren sich einig, dass der Text der Nationalhymne geändert wird. Alles schien geregelt zu sein. Doch jetzt klagt ein Verlag - und stellt Bedinungen.

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Seit Jahren diskutierten die österreichischen Politiker, ob man die Nationalhymne modernisieren sollte. Die Idee: In einer Zeile werden künftig nicht nur "unsere Söhne " sondern auch die "großen Töchter " besungen. Endlich waren sich die Oberhäupter Österreichs einig  und stimmten einer Änderung des Textes zu. Doch da hatten sie die Rechnung ohne Koschka Hetzer-Molden und der Thomas Sessler Verlag gemacht. Erstere ist die Erbin von Paula Preradovics, die 1946 die Österreichische Bundeshymne schrieb. Zusammen haben Hetzer-Molden und der Verlag die Rechte an der Hymne.

Diese zwei Parteinen haben sich schon 2010 mit einer Klage gegen eine Änderung der Nationalhymne gewehrt - erfolglos. Die Klage wurde aber ad acta gelegt. Angesichts des aktuellen Beschlusses hat der Thomas Sessler Verlag nun aber erneut eine Klage eingereicht. Der Grund: Man schließe sich der Meinung von Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle an. Der äußerte kürzlich Bedenken wegen der Änderung an der Nationalhymne, da es sich um einen poetischen Text einer Künstlerin handelt. Außerdem, so die Meinung des Verlagsleiters Ulrich N. Schulenburg, gebe es derzeit gar keinen Bedarf an einer Veränderung. Der Erbin Hetzer-Molden war das alles dann doch zu bunt. Sie will nicht mehr zusammen mit dem Verlag klagen. In einem Interview erklärte sie ihre Entscheidung folgendermaßen: "Die Bundeshymne gehört der Republik Österreich." Das Land könne deshalb mit dem Werk machen, was es wolle - und das geschieht jetzt auch.

Inzwischen lenkte auch der Thomas Sessler Verlag etwas ein: Man würde von einer Klage Abstand nehmen, wenn man in die Textänderungen miteinbezogen werde. Die erste große Veranstaltung, bei der man die "weibliche" Version der Hymne präsentieren könnte, wäre der Auftakt der Fußballbundesliga. Doch daraus wird nichts. Denn das Management der Song-Contest-Teilnehmerin Nadine Beile, die die erste Strophe der Nationalhymne singen wird, gab bekannt, dass die Bundeshymne auf jeden Fall in der "traditionellen" Version vorgetragen wird.

ls

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