Opferzahl steigt weiter

"Sandy" riss diese Achterbahn ins Meer

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Diese Achterbahn in Seaside Park riss der Hurikan "Sandy" in den Atlantik

New York - Aufräumen an der US-Ostküste: Nach der verheerenden Zerstörung durch Supersturm „Sandy“ suchen die Menschen in den betroffenen Gebieten den Weg zurück zur Normalität. Die Opferzahl steigt weiter.

Drei Tage nach dem Durchzug von Supersturm „Sandy“ ist in der Finanz- und Wirtschaftsmetropole New York der für Millionen von Pendlern wichtige U-Bahn-Verkehr teilweise wieder aufgenommen worden. Die Stadt entschied, am Donnerstag wieder die unbeschädigten Teile des U-Bahnnetzes in Betrieb zu nehmen und kehrte damit schneller als erwartet zur Normalität zurück. An der verwüsteten Küste des benachbarten Staates New Jersey haben die Aufräumarbeiten hingegen gerade erst begonnen. Die Zahl der Todesopfer stieg unterdessen landesweit auf mehr als 70, am Donnerstag waren noch immer mehr als fünf Millionen Haushalte ohne Strom.

Bundeskanzlerin Angela Merkel kondolierte US-Präsident Barack Obama. Angesichts der Todesopfer und der großen Zerstörungen wolle sie ihr tief empfundenes Mitgefühl ausdrücken, erklärte Merkel. „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen der Opfer.“

An der von „Sandy“ betroffenen Region an der US-Ostküste versuchten die Menschen überall, wo es möglich war, ihr normales Leben wieder aufzunehmen. Die drei größten Flughafen nahmen zumindest teilweise wieder den Betrieb auf, an der New Yorker Börse NYSE wurde der Handel fortgesetzt.

Die öffentlichen Verkehrsmittel in New York sollten am Donnerstag und Freitag umsonst zur Verfügung stehen. Damit solle der Straßenverkehr entlastet werden, sagte der Gouverneur des Staates New York, Andrew Cuomo, am Mittwochabend. Drei von sieben überfluteten U-Bahn-Tunneln seien mittlerweile frei gepumpt worden. Zugleich schwor er die Menschen auf langwierigere Reparaturarbeiten ein. „Wir werden etwas Geduld und Toleranz benötigen“, sagte er. Der New Yorker Bürgermeister Michael Bloomberg rief Bewohner zudem auf, Fahrgemeinschaften zu bilden, um den Straßenverkehr zusätzlich zu entlasten.

Obama als Krisenmanager

Mehr als ein Dutzend U-Bahnlinien wollten am Donnerstag ihren Betrieb aufnehmen, aber keine Fahrt sollte in Gebiete unterhalb der 34. Straße in Manhattan gehen. Dort liegen die am schwersten betroffenen Stadtteile. Zudem waren am Donnerstag noch immer Hunderttausende in der Millionenmetropole ohne Strom. Betroffen waren vor allem Bewohner des Stadtteils Lower Manhattan.

Präsident Obama, der für New York und Long Island den Notstand ausgerufen hatte, besuchte am Mittwoch New Jersey, wo er sich zusammen mit dem republikanischen Gouverneur Chris Christie als überparteilicher Krisenmanager präsentieren konnte. New Jersey könne mit langfristiger Hilfe durch die Bundesregierung rechnen, versprach Obama. Er werde auch nicht zulassen, dass Bürokratie die Hilfen behindere.

"Sandy" hinterlässt Chaos und verheerende Schäden

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Die Ortschaft Hoboken in New Jersey stand am Donnerstag noch unter Wasser. Schätzungen zufolge waren dort 20.000 Bewohner in ihren Häusern eingeschlossen. Unter einigen von ihnen machte sich Verärgerung über eine angeblich langsame Nahrungsmittel- und Wasserversorgung durch die Behörden breit. Ein Bewohner pumpte in seinem Ärger eine Luftmatratze auf und schwamm zum Rathaus der Stadt, wo er sich über ausbleibende Lieferungen von Versorgungsgütern beschwerte.

CNN berichtete unterdessen von einem geborstenen Treibstofftank in einer Raffinerie in der Ortschaft Sewaren südlich von New York. Ein Großteil des Diesels sei in von einem Auffangsystem absorbiert worden, sagte ein Sprecher der Raffinerie. Sewaren liegt an der Atlantikküste.

Auch Flugverkehr normalisiert sich wieder

Ausläufer von „Sandy“ waren auch am Donnerstag noch an der Ostküste der USA spürbar. Aus West Virginia wurden Schneeverwehungen von bis zu 1,5 Meter Höhe gemeldet. Sogar eine Achterbahn in New Jersey riss der Supersturm in den Atlantik hinein. Das Sturmtief zog inzwischen in Richtung Kanada weiter.

Unterdessen normalisierte sich auch der Flugbetrieb zwischen dem größten deutschen Flughafen Frankfurt am Main und der amerikanischen Ostküste. Am Donnerstag wurden rotationsbedingt nur noch drei Flüge aus den Staaten nach Frankfurt annulliert, wie eine Sprecherin des Flughafenbetreibers Fraport auf dapd-Anfrage sagte. Es handelt sich um Maschinen, die am Mittwoch nicht von Frankfurt in die USA starten konnten und deshalb dort am Donnerstag auch nicht für den Rückflug zur Verfügung standen.

Unterdessen planten die Rockstars Bruce Springsteen und Jon Bon Jovi ein Benefizkonzert zugunsten der Sturmopfer. Beide Künstler stammen aus New Jersey, das besonders hart getroffen wurde. Mit dabei sollte am Freitag im Rockefeller Center in New York auch Billy Joel aus Long Island sein. Auch dort gab es schwere Schäden durch „Sandy“. Weitere Künstler sind Christina Aguilera und Sting sowie der Moderator Jimmy Fallon. Der US-Fernsehsender NBC überträgt das Konzert, der Erlös kommt dem Roten Kreuz zugute.

dapd

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