Umstrittenes Gesetz

Russland verbietet Künstlern das Fluchen

Moskau - So ein ******! Russische Musiker, Schauspieler und andere Kunstschaffende müssen künftig tief in die Tasche greifen, wenn sie in ihren Werken Schimpfwörter benutzen.

Für die öffentliche Verbreitung derber Flüche auf den Bühnen und in den Kinos des Landes sollen demnach bis zu 50.000 Rubel (rund 1015 Euro) fällig werden. Im Wiederholungsfall droht ein vorübergehendes Berufsverbot. Demnach müssen zudem CDs und DVDs mit Warnhinweisen wie in den USA versehen werden. Die betroffenen Schimpfwörter, die in Filmen, auf Konzerten und in Lesungen nicht mehr fallen sollen, sollen durch eine „unabhängige Prüfung“ festgelegt werden.

Das Parlament in Moskau stimmte am Mittwoch in dritter und entscheidender Lesung für das umstrittene Gesetz, wie die Staatsagentur Ria Nowosti meldete. Kulturminister Wladimir Medinski hatte sich zuvor für das Gesetz ausgesprochen, dem noch der Föderationsrat als zweite Parlamentskammer und Kremlchef Wladimir Putin zustimmen müssen.

In der russischen Umgangssprache sind „Mutterflüche“ (Mat) vor allem unter Männern weit verbreitet.

dpa

Rubriklistenbild: © picture alliance / dpa

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