Ruben darf am Wochenende nach Hause

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Diese zwei "Black Boxes" sollen Aufschluss über die Absturzursache in Libyen geben.

Tripolis - Der kleine Junge, der den Flugzeugabsturz in Tripolis überlebt hat, darf vermutlich am Wochenende zurück nach Hause fliegen. Inzwischen gibt es Vermutungen zur Absturzursache.

Der einzige Überlebende des Flugzeugabsturzes von Tripolis, ein neunjähriger niederländischer Junge, kann vermutlich am Wochenende in seine Heimat zurückkehren. Die Polizei in Hessen teilte unterdessen mit, bei dem deutschen Absturzopfer handele es sich “aller Wahrscheinlichkeit nach um einen 58-jährigen Mann aus Gelnhausen“. Die Maßnahmen zur endgültigen Identifizierung seien aber noch nicht endgültig abgeschlossen.

Schreckensbilder: Flugzeugabsturz über Tripolis

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Ein Sprecher des niederländischen Außenministeriums, Ed Kronenbourg, sagte, dem neunjährigen Ruben gehe es den Umständen entsprechend gut. Die endgültige Entscheidung über den Heimflug sei aber von der Zustimmung der behandelnden Ärzte abhängig. Einer der Ärzte sagte am Freitag, der Zustand des Kindes sei stabil, es mache gute Fortschritte. Der Junge war nach dem Absturz der libyschen Passagiermaschine am Mittwoch an seinen Sitz geschnallt inmitten der Trümmer des Airbusses A330-200 geborgen worden. 103 Insassen kamen ums Leben. Ruben erlitt mehrere Beinbrüche, die in einer viereinhalbstündigen Operation behandelt wurden. Seine Familie - die Eltern und ein älterer Bruder - kam bei dem Absturz der Afrikija-Airways-Maschine ums Leben.

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In einem Telefongespräch mit der niederländischen Zeitung “De Telegraaf“ sagte der Junge, er habe keine Erinnerung an den Absturz. “Ich weiß nicht, wie ich hierher kam, ich weiß gar nichts“, wurde er zitiert. “Ich will nur weg. Ich will gewaschen und angezogen werden und dann weg.“ Die Zeitung erklärte, ein behandelnder Arzt habe dem Jungen sein Handy für das Gespräch gereicht. Die niederländischen Behörden reagierten verstimmt auf die Veröffentlichung, weil das Außenministerium darum gebeten hatte, die Privatsphäre des Kindes und seiner Angehörigen zu respektieren. Eine Tante und ein Onkel sind nach Tripolis gereist, um sich um den Jungen zu kümmern.

Piloten wollten möglicherweise Sichtbehinderung umfliegen

An Bord der verunglückten Maschine waren 93 Passagiere und elf Besatzungsmitglieder. Das niederländische Außenministerium geht davon aus, dass mindestens 70 Niederländer ums Leben kamen, überwiegend Touristen. Die Unglücksmaschine kam aus Johannesburg. Die meisten Passagiere wollten nach einem Zwischenstopp in Tripolis weiter nach Europa fliegen. Der Airbus A330-200 stürzte aus noch ungeklärter Ursache beim Landeanflug auf Tripolis ab. Das Wetter war gut, möglicherweise wollten die Piloten aber schlechte Sichtverhältnisse durch Sonnenlicht-Dunst umgehen, hieß es am Freitag. Die Auswertung von Flugdatenschreiber und Stimmenrekorder soll Aufschluss darüber liefern, warum der Pilot die Landebahn verfehlte.

DAPD

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