Risse im Jet: Alte Boeing 737 müssen zur Inspektion

Washington - Das Loch im Dach einer Boeing 737 hat ein Nachspiel: Alte Jets diesen Typs sollen zur Inspektion. Auch in Deutschland sind diese Boeing-Flieger im Einsatz.

Der Boeing-Verkaufsschlager 737 muss in die Werkstatt. Nachdem eine ältere Maschine der US-Gesellschaft Southwest Airlines wegen eines Lochs im Dach notlanden musste, läuft nun fieberhaft die Suche nach möglichen Schadstellen in anderen Flugzeugen. Die US-Luftfahrtsbehörde FAA fürchtet, dass das Material bei betagteren Modellen durch die vielen Starts und Landungen ermüdet.

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Southwest selbst hat insgesamt fünf Maschinen ausgemacht, die feinste Risse in der Außenhülle aufweisen, und zieht die Flugzeuge vorerst aus dem Verkehr. Das erklärte die Gesellschaft am Dienstag. Deutschland ist von der Überprüfung wenig betroffen: Die Lufthansa konnte nach eigenen Angaben bislang keine Probleme bei ihren Jets feststellen. Air Berlin fliegt nur neuere Versionen des weltweit am meisten verkauften Flugzeugtyps.

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Air Berlin und Lufthansa zusammen haben 132 Boeing 737 in unterschiedlichen Ausführungen in ihren Flotten. Southwest kommt alleine auf 548 der Kurz- und Mittelstreckenjets. Der Billigflieger setzt ausschließlich auf diesen Typ. Das senkt die Wartungs- und Schulungskosten, macht aber auch abhängig. Am Wochenende fielen Hunderte Flüge aus, als Southwest 79 ältere 737-300 zur Kontrolle am Boden ließ.

Bis auf die Unglücksmaschine und die fünf Jets mit Rissen fliegt die Flotte nun wieder. Weltweit sollen nach den Forderungen der US-Luftfahrtbehörde 175 ältere Jets kontrolliert werden. Betroffen sind die Typen Boeing 737-300, -400 und -500, die mehr als 30 000 Starts und Landungen hinter sich haben. Denn durch die Vibrationen und den unterschiedlichen Druck am Boden und in großen Höhen leiden die Maschinen. Auch Boeing empfahl verstärkte Inspektionen.

Lufthansa, Europas größte Fluglinie, machte drei Maschinen aus, die baugleich mit dem Pannenflieger und daher verdächtig sind, sagte ein Unternehmenssprecher am Dienstag in Frankfurt. Bei Untersuchungen am Sonntag seien aber keine Mängel gefunden worden. Die zweitgrößte deutsche Fluglinie Air Berlin hat die betroffene Baureihe nicht in der Flotte, wie eine Sprecherin erklärte. Germanwings fliegt nach eigenen Angaben nur Airbus-Konkurrenzmodelle der Baureihe A320.

Das Luftfahrt-Bundesamt in Braunschweig teilte mit, “alle Informationen aus den USA auszuwerten, um dann gegebenenfalls alle erforderlichen Maßnahmen einleiten zu können“.

Am Freitag war in mehr als zehn Kilometern Flughöhe ein ungefähr 1,50 Meter langes Loch in der Flugzeughaut der Southwest-Maschine aufgerissen. Die Piloten mussten notlanden. Wie durch ein Wunder wurde keiner der 123 Insassen ernsthaft verletzt. Später wurden bei drei weiteren Southwest-Maschinen winzige Risse in der Außenhülle entdeckt. “Sehr ernst“ nannte US-Verkehrsminister Ray LaHood den Vorfall und drohte mit Konsequenzen.

Es war nicht die erste Panne bei Southwest. Bereits im Juli 2009 hatte ein etwa 30 Zentimeter langes Loch im Rumpf eine Maschine zur Notlandung gezwungen. Nach Informationen der US-Internetzeitung “The Daily Beast“ hatte Southwest vor dem neuerlichen Zwischenfall sogar noch versucht, die vorgeschriebenen Wartungsintervalle hinauszuzögern. Das würde Geld sparen. Die Luftfahrbehörde FAA habe das Ansinnen aber zurückgewiesen, schrieb die Zeitung unter Berufung auf ihr vorliegende Regierungsdokumente.

Die 737 fliegt seit den 1960er Jahren und ist der meistverkaufte Flugzeugtyp der Welt mit 6687 ausgelieferten Maschinen. Die Unglücksmaschine war 15 Jahre alt. Southwest mutet seinen Jets nach eigenen Angaben im Schnitt sechs Flüge am Tag zu - das ist nach einer Aufstellung der “New York Times“ mehr als bei anderen US-Linien. Dort sind es im Schnitt vier Flüge, die dafür länger dauern.

dpa

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