Historischer Durchbruch

In der Antarktis entsteht größte Meeresschutzzone der Welt

Die Antarktis gilt als Schatzkammer des Meeres. Foto: Nicky Wilson Crown
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Die Antarktis gilt als Schatzkammer des Meeres. Foto: Nicky Wilson Crown
In den Gewässern rund um den eisigen Kontinent leben Pinguine, Robben und unzählige Arten von Fischen. Foto: Nicky Wilson/British Ministry of Defence/dpa
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In den Gewässern rund um den eisigen Kontinent leben Pinguine, Robben und unzählige Arten von Fischen. Foto: Nicky Wilson/British Ministry of Defence/dpa
Weil das Gebiet so abgelegen ist, dass kaum Schiffe dorthin fahren, ist das Ökosystem nach Angaben von Wissenschaftlern noch weitgehend intakt. Foto: Nsf/Planet Pix/ZUMA/dpa
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Weil das Gebiet so abgelegen ist, dass kaum Schiffe dorthin fahren, ist das Ökosystem nach Angaben von Wissenschaftlern noch weitgehend intakt. Foto: Nsf/Planet Pix/ZUMA/dpa
Der südkoreanische Eisbrecher "Araon" nähert sich der Terra Nova-Bucht. Foto: Yonhapnews
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Der südkoreanische Eisbrecher Araon nähert sich der Terra Nova-Bucht. Foto: Yonhapnews
Das Gebiet im Rossmeer ist gut vier mal so groß wie Deutschland. Foto: Britain&#39S Mod/Royal Navy/Nicky Wilson Crown/dpa
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Das Gebiet im Rossmeer ist gut vier mal so groß wie Deutschland. Foto: Britain'S Mod/Royal Navy/Nicky Wilson Crown/dpa

In weiten Teilen der Antarktis ist die Welt noch in Ordnung. Damit das so bleibt, wird dort jetzt die größte Meeresschutzzone der Welt eingerichtet. Einen Wermutstropfen gibt es allerdings.

Hobart (dpa) - Eisiger "Garten Eden": Die größte Meeresschutzzone der Welt entsteht in der Antarktis nahe des Südpols. Experten bezeichnen die nach fünf Verhandlungsjahren getroffene Vereinbarung als historischen Durchbruch. Das Gebiet ist viermal so groß wie Deutschland.

Dort darf nicht mehr gefischt werden, beschlossen 24 Länder und die Europäische Union zum Abschluss des Treffens der Kommission für die Erhaltung der lebenden Meeresschätze in der Antarktis (CCAMLR) in Hobart in Australien.

Die Zone ist 1,55 Millionen Quadratkilometer groß und liegt rund 3500 Kilometer südlich von Neuseeland. Das Abkommen tritt im Dezember 2017 in Kraft und gilt zunächst für 35 Jahre. Das ist für Umweltexperten ein Wermutstropfen. "Meeresschutzzonen müssen auf Dauer eingerichtet werden", sagte Chris Johnson vom WWF Australien. Ohne die zeitliche Begrenzung sei das Abkommen gegen Widerstand von Russland und China nicht durchzusetzen gewesen, hieß es aus Verhandlungskreisen.

Das Meeresgebiet gilt als polarer "Garten Eden", wie das UN-Umweltprogramm mitteilte. "Wir sind begeistert, dass dieser Teil des Ozeans für künftige Generationen geschützt wird", sagte UNDP-Chef Erik Solheim. In den Gewässern der Antarktis leben Pinguine, Robben und unzählige Arten von Fischen. Das massenhafte Vorkommen von Krill (winzigen Krebstieren) ist auch Nahrungsgrundlage für Wale.

"Hier ist heute Geschichte geschrieben worden", meinte Mike Walker, Sprecher eines Verbandes von Umweltschutzorganisationen, der Antarctic Ocean Alliance. "Hier wird das gesündeste Ozeangebiet der Welt geschützt." Der Kontinent selbst war bereits geschütztes Gebiet, nicht aber große Teile der Meere rundum.

Der kommerzielle Fischfang wird künftig in dem Gebiet völlig verboten sein. Nur zu Untersuchungen über die Fischpopulationen dürfen in Randgebieten kleine Mengen Fisch und Krill entnommen werden, wie die Kommission berichtete. "Marineschutzzonen sollen die Meereslebewesen schützen, die Artenvielfalt, den Lebensraum, Futter- und Brutplätze", teilte sie mit. "Solche Zonen können dazu beitragen, Fischpopulationen wieder aufzubauen."

Weil das Gebiet so abgelegen und unwirtlich ist, dass kaum Schiffe dorthin fahren, ist das Ökosystem nach Angaben von Wissenschaftlern noch weitgehend intakt. Es gilt als Schatzkammer des Meeres, mit zahlreichen einzigartigen Lebewesen. Durch die Erwärmung der Meere dürften viele Arten aus anderen Meeresregionen zudem zum Überleben in die kälteren Gefilde rund um die Antarktis wandern, glauben Forscher.

Die Antarktis ist internationales Gebiet. Zahlreiche Länder unterhalten dort einige Dutzend Forschungsstationen. Sie untersuchen unter anderem die Folgen des Klimawandels auf die Meere. Der Antarktisvertrag von 1959 bestimmt, dass das Gebiet nur zu friedlichen Zwecken genutzt werden darf.

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