Randale bei UN-Klimagipfel - Erneut Festnahmen

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Ausschreitungen bei Demonstrationen zum Klimagipfel in Kopenhagen.

Kopenhagen - Am Rande des UN-Klimagipfels ist es am späten Montagabend in Kopenhagen zu Ausschreitungen gekommen. Die dänische Polizei setzte Tränengas und Wasserwerfer ein.

Beamte nahmen auf dem Gelände des sogenannten “Freistaates Christiania“ knapp 200 Menschen fest. Mehrere Gruppen hatten zuvor Barrikaden errichtet, Feuer entzündet und Brandsätze gegen die Polizei geworfen. Christiania ist ein seit den 70er Jahren besetzt gehaltenes Kasernengelände in unmittelbarer Nähe des Kopenhagener Stadtzentrums. Der Klimagipfel wird heute (Dienstag) mit neuen Verhandlungen zwischen Vertretern der Entwicklungsländer und der Industrienationen fortgesetzt.

Die Umweltminister aus 192 Staaten beraten seit Beginn der Woche über ein globales Klimaschutzabkommen gegen den Temperaturanstieg durch Treibhausgase. Bundesumweltminister Norbert Röttgen forderte dabei vor allem die USA und China auf, mit weitergehenden Zusagen als bisher zum Erfolg des Klimagipfels beizutragen. Beide Länder allein stehen für 40 Prozent der CO2- Emissionen. Unterdessen läuft den Gipfelteilnehmern die Zeit davon. “Zeit ist jetzt unser schlimmster Feind“, hieß es am Montagabend aus Kreisen der Gipfelorganisatoren. Der britische Premierminister Gordon Brown, der heute in Kopenhagen erwartet wird, warnte angesichts des Konflikts vor einer Spaltung der Staatengemeinschaft.

“Die Uhr tickt, wir haben nicht viel Zeit“, warnte auch US-Delegationsleiter Todd Stern. Er erwartete, dass die ab Mitte der Woche erwartete Ankunft von über 100 Staats- und Regierungschefs in Kopenhagen einen positiven Druck auf die Umweltminister und Delegationen ausüben werde. Am Mittwoch steht den wegen ihres harten Einsatzes vielfach kritisierten dänischen Sicherheitskräften eine neue Kraftprobe bevor: Militante Gruppen haben angekündigt, entgegen aller Verbote den Tagungsort des Gipfels stürmen zu wollen. Bis Montagabend war es nicht zu Krawallen im Umfeld des Gipfels gekommen. Dennoch hatte die Polizei seit Samstag bei mehreren Demonstrationen fast 1500 Menschen festgenommen.

dpa

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