Rätsel um Mord an Deutscher in Brasilien

São Paulo - Nach dem Mord an einer 22-jährigen Deutschen in Brasilien steht die Polizei vor Rätseln. Der brasilianische Ehemann und der Schwiegervater sitzen in Untersuchungshaft.

Sie werden verdächtigt, Jennifer K. am Karnevalsdienstag (16. Februar) ermordet zu haben. Die Deutsche war am Aschermittwoch mit vier Einschüssen im Brustkorb auf einer Landstraße bei São Lourenço da Mata gefunden worden, etwa 20 Kilometer vom nordostbrasilianischen Recife entfernt. Der Ehemann Pablo sowie dessen Familie hatten zunächst ausgesagt, Jennifer sei bei einem Überfall von Unbekannten verschleppt worden.

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Die Polizei hat an dieser Version jedoch Zweifel. Unter anderem stimmten Ortsangaben nicht mit Aufzeichnungen des GPS-Systems im Auto der Familie überein. Auch seien an den Händen der Männer Bleispuren festgestellt worden, was auf einen Waffengebrauch hinweisen könnte, berichteten Medien. Beide wurden bereits Anfang voriger Woche festgenommen. Ein Antrag auf Haftaussetzung wurde abgelehnt. Die ganze Familie war nach bisherigen Erkenntnissen am Tattag gemeinsam im Auto unterwegs.

Zeugen belasten Ehemann und Schwiegervater

Die Ermittler hörten inzwischen mehrere Zeugen, darunter Feuerwehrleute und einen Polizist, der auf der Landstraße unterwegs war. Er will beobachtet haben, wie zwei Männer den Körper einer Frau trugen. Allerdings habe er gedacht, dass dies ein Karnevalsscherz sei. Am Tag darauf habe er dann von dem Mord erfahren und sofort seine Beobachtungen mitgeteilt. Die Deutsche lebte mit ihrem Mann in Italien und war im Urlaub in Brasilien. Aus welchem deutschen Ort sie stammte, blieb zunächst unklar. Auch über Tatmotive gab es zunächst vor allem Spekulationen.

In brasilianischen Medien war von einem möglichen Sorgerechtsstreit zwischen Jennifer und ihrem Mann Pablo die Rede, aber auch von einer Lebensversicherung Jennifers auf den Namen des Schwiegervaters. Der Sohn der Deutschen, der am Montag drei Jahre alt wurde, kam zunächst zur Schwiegermutter. “Es ist eine Verwegenheit, das Kind bei der Oma zu lassen, denn es gibt Hinweise, dass auch sie in die Tat verwickelt sein könnte“, sagte Elio Braz, Jugendrichter in Recife. Mütterlicherseits hätten sich bisher keine Verwandten gemeldet. Das Kind habe in einem anderen Land (Italien) gelebt und müsse schnellstmöglich wieder dort hin, meinte der Richter. Die Großmutter (48) beteuerte die Unschuld ihres Sohnes und ihres Lebensgefährten. Ein Besuch der beiden Inhaftierten wurde ihr aber am Montag verweigert.

dpa

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