Putin will Versöhnung mit Polen

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Russlands Premierminister Wladimir Putin (links) und Polens Ministerpräsident Donald Tusk unterhalten sich im Ostseebad Spot.

Danzig - Der russische Regierungschef Wladimir Putin hat zum 70. Jahrestag des Kriegsbeginns bei einem Besuch in Polen zur Versöhnung der beiden Völker aufgerufen.

Die Sowjetunion und Polen seien Waffenbrüder im Kampf gegen den Nazismus gewesen, sagte Putin am Dienstag bei einer vom russischen Staatsfernsehen übertragenen Pressekonferenz im Ostseebad Sopot. “Es gibt Probleme in der Geschichte, die wir klären sollten (...), damit sich derartige Tragödien nicht wiederholen“, sagte Putin im Beisein des polnischen Regierungschefs Donald Tusk. Warschau und Moskau bewerten die Ursachen für den Kriegsbeginn unterschiedlich.

So begann der Zweite Weltkrieg

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Putin warnte erneut vor einer Politisierung der Geschichte. “Das ist das Schlimmste, was man machen kann“, sagte er. Moskau wirft einer Reihe von Nachbarländern vor, die Geschichte zu fälschen, um den Verdienst der Sowjetunion beim Sieg über den Faschismus herabzuwürdigen. Vor Beginn des Zweiten Weltkriegs hätten alle Seiten eine “große Menge Fehler“ begangen, sagte Putin. So erinnerte er daran, dass Polen nach dem “Münchner Abkommen“ von 1938 selbst zwei Gebiete der damaligen Tschechoslowakei besetzt habe.

Tusk und Putin signalisierten Bereitschaft, für Historiker beider Länder den Zugang zu Archiven zu vereinfachen, damit umstrittene Fragen geklärt werden könnten. Polen fordert Einsicht in Dokumente zur Massenermordung polnischer Offiziere durch sowjetische Soldaten in Katyn. Im Gegenzug will auch Russland Zugang zu polnischen Unterlagen. Tusk sagte, dass er Putins Angebot annehmen wolle. Bisher hatte Russland eine Offenlegung aller Katyn-Dokumente kategorisch abgelehnt.

dpa

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