USA prüfen Sicherheitsmaßnahmen für den Luftverkehr

Washington - Als Konsequenz aus dem vereitelten Flugzeuganschlag von Detroit plant die US-Regierung eine umfassende Überprüfung ihrer Sicherheitsvorschriften für den Luftverkehr.

Bei einem Treffen mit den US-Geheimdienstchefs und mehreren Ministern wollte Präsident Barack Obama am Dienstag über die Lehren aus der Beinahe-Katastrophen beraten. Nach der für 14.30 Uhr Ortszeit (20.30 Uhr MEZ) angesetzten Gesprächsrunde wollte Obama um 22.00 Uhr MEZ die Öffentlichkeit über die Ergebnisse informieren. In den vergangenen Tagen erweiterten die US-Behörden bereits ihr Register von Terrorverdächtigen sowie die Flugverbotsliste für als besonders gefährlich eingestufte Personen. Nach Überprüfung von mehreren tausend Namen seien die Listen um Dutzende von Verdächtigen ergänzt worden, verlautete am Montag aus Geheimdienstkreisen.

Gescheiterter Attentäter gelangte trotz Eintrag auf Terror-Liste an Bord

Hintergrund der Überprüfung ist der vereitelte Anschlag auf ein US-Passagierflugzeug am ersten Weihnachtstag. Der Nigerianer Umar Farouk Abdulmutallab, der an Bord der Northwest-Airlines-Maschine kurz vor der Landung in Detroit einen Sprengsatz zu zünden versuchte, war seit Ende November in einer US-Datenbank mit rund 550.000 Terrorverdächtigen registriert. Dennoch wurden für Abdulmutallab weder verschärfte Kontrollen noch ein Flugverbot vorgeschrieben. Seit Montag müssen laut Anweisung der US-Regierung alle Flugpassagiere aus Nigeria und weiteren Ländern in Afrika und dem Nahen Osten vor Antritt einer Reise in die USA einer strengen Sicherheitskontrolle unterzogen werden.

Vorgesehen sind Ganzkörperscans oder Leibesvisitationen. Auch USA-Reisende aus anderen Ländern müssen sich auf stichprobenartige Kontrollen dieser Art gefasst machen. Zu dem Treffen mit Obama im Weißen Haus wurden Außenministerin Hillary Clinton, Verteidigungsminister Robert Gates, Heimsatzschutzministerin Janert Napolitano und Justizminister Eric Holder erwartet. Auch Geheimdienstdirektor Dennis Blair, FBI-Chef Robert Mueller, CIA-Chef Leon Panetta und Obamas nationaler Sicherheitsberater James Jones sollten dem Präsidenten Bericht erstatten.

AP

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