Staatsanwalt:

Mutmaßlicher Boston-Attentäter wollte morden

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Beim Terroranschlag in Boston starben drei Menschen, 260 weitere wurden verletzt (Archiv).

Boston - Der mutmaßliche Attentäter vom Boston-Marathon, Dschochar Zarnajew, hegte der Staatsanwaltschaft zufolge Mordgelüste. Er habe sich bei dem Lauf als Zuschauer ausgegeben, doch "er hatte Mord in seinem Herzen", sagte William Weinreb beim Prozessbeginn.

"Er legte eine Bombe direkt neben eine Reihe von Kindern", so der Staatsanwalt. "Einige verbluteten auf dem Bürgersteig, während der Angeklagte davonlief."

Weinreb zeichnete in seinem Eröffnungsplädoyer das Bild eines radikalisierten jungen Mannes mit extremistischen muslimischen Idealen. Zarnajew habe gedacht, mit dem Anschlag "seinen Platz im Paradies zu verdienen", indem er Amerikaner töte und die US-Regierung so davon abhalte, Terroristen im Ausland ins Visier zu nehmen.

Während Opfer des Attentats im Krankenhaus darauf gewartet hätten, zu erfahren, ob ihre Gliedmaßen amputiert werden müssten, habe sich Zarnajew benommen, "als habe er nicht eine Sorge auf der Welt", sagte Weinreb.

Zarnajew ist in 30 Punkten angeklagt, 17 davon wiegen so schwer, das sie ihm die Todesstrafe einbringen könnten. Der Bundesstaat Massachusetts mit Boston als Hauptstadt hat die Todesstrafe in den frühen 1980er Jahren abgeschafft; die letzte Hinrichtung fand 1947 statt.

Zarnajew muss sich allerdings in einem Bundesverfahren verantworten, und das Bundesrecht erlaubt in den USA generell die Todesstrafe.

dpa

Anklageschrift Zarnajew

Infos der Staatsanwaltschaft

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