Prostitution im Tierreich: Sex für Nachbarschaftshilfe

Sydney - Australische Forscher sind im Tierreich einer Form von Prostitution auf die Spur gekommen. Winkerkrabben-Weibchen belohnen männliche Nachbarn, die sie gegen Eindringlinge schützen, mit Sex.

Und während die Krabben ihre Paarung normalerweise in der Verschwiegenheit und Sicherheit des Erdlochs des Männchens vollziehen, spielt sich der “Belohnungssex“ für den Nachbarn dann offenkundig öffentlich an den Stränden ab, wie aus der am Mittwoch im Fachmagazin “Biology Letters“ vorgelegten Studie hervorgeht.

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Mit ihrem Experiment wollten die Wissenschaftler klären, wie die Weibchen mit ihren zwei kleinen Scheren es schaffen, ihr Territorium gegen Männchen zu verteidigen, die mit einer riesigen Schere ausgestattet sind. In 95 Prozent der beobachteten Fälle kamen Männchen der netten Nachbarin gegen einen männlichen Angreifer zu Hilfe - offenbar mit eindeutigen Hintergedanken. War der Eindringling weiblich, schützte das Männchen seine Nachbarin lediglich in 15 Prozent der Fälle. Das deute darauf hin, dass männliche Krabben weibliche Nachbarn vorzögen, erklärte der Tierforscher Michael Jennions.

In der Mehrzahl der Fälle sind die Weibchen bei der Wahl ihrer Sexpartner wählerisch und paaren sich in den Höhlen des auserkorenen Männchens. Ab und zu findet kommen die Strandbewohner aber auch zum Geschlechtsakt an die Oberfläche - und in 85 Prozent handelt es sich dann um Sex mit dem Nachbarn, so die Studie weiter. Von den Winkerkrabben (Gattungsname Uca) gibt es weltweit Dutzende Arten. Die in der Studie erwähnten Phänomene wurden vor einem Jahr bei Experimenten auf einer Insel vor Mosambik in Afrika beobachtet. Der Tausch von Sex gegen Gefälligkeiten, wie jetzt bei den Winkerkrabben festgestellt, ist im Tierreich aber nichts Ungewöhnliches. So weiß man von den Adelie-Pinguinen in der Antarktis, dass es Sex im Tausch gegen Steine gibt, die für den Nestbau sehr begehrt sind.

ap

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