BP probiert neue Methode am Bohrloch

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Strand an der us-amerikanischen Küste, der von der Ölkatastrophe betroffen ist.

London - Der Ölkonzern BP will nun mit einer anderen Methode versuchen, das Bohrloch im Golf von Mexiko unter Kontrolle zu bringen. Die Erfolgschancen sollen höher sein als bei den Versuchen bisher.

BP unternimmt einen weiteren Anlauf im Kampf gegen die Ölpest: Der britische Ölkonzern probiert nun, ein Ventil an dem zerstörten Bohrloch in 1500 Metern Tiefe anzubringen und das sprudelnde Öl zumindest teilweise kontrolliert an die Oberfläche abzuleiten. Zuvor waren alle Versuche gescheitert, um das Öl im Golf von Mexiko in gewaltigen Kappen über dem Leck aufzufangen oder das Bohrloch abzudichten. Nach dem Abbruch des sogenannten “Top Kills“, bei dem unter anderem Schlamm in das Bohrloch gepresst wurde, soll nun ein neues, breiteres Rohr mit einer Ringdichtung an dem zerstörten Auslass angebracht werden. Das Verfahren trägt den Namen “lower marine riser package“ (LMRP). Falls es gelingt, könnte das Leck bis Sonntag zumindest eingegrenzt sein, sagte eine Sprecherin des britischen Ölkonzerns BP am Montag der Nachrichtenagentur dpa in London.

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Dafür wird nach Angaben der Sprecherin in den kommenden Tagen das bestehende Steigrohr zur Quelle am Meeresgrund mit zwei Schnitten gekappt. Danach dürfte zunächst deutlich mehr Öl austreten als zuvor. In einem zweiten Schritt soll eine neue Dichtungstülle - vergleichbar mit dem Aufsatz einer Gießkanne - auf den bestehenden Druckausgleichbock (“blow out preventer“) geschraubt werden. Diese Tülle wird von einer Abdeckkappe ummantelt, an die ein Rohr zu einem Tankschiff angeschlossen ist.

Im Erfolgsfall kann dadurch der Großteil des unter Druck ausströmenden Öls und Gases in den Tanker abgeleitet werden. Für die vollständige Installation brauchen die Ingenieure aber vier bis sieben Tage. Dieses Verfahren sei wie vorhergehende Maßnahmen in so einer Meerestiefe noch nie zuvor ausprobiert worden, sagte die Sprecherin. Die Erfolgschancen sollen allerdings höher als bei vorhergehenden Versuchen sein. Parallel dazu bohrt BP nach Angaben der Sprecherin weiter an zwei Stellen, um das bestehende Bohrloch zu entlasten. Mit dieser erfolgssicheren Methode wurde am 2. und 16. Mai begonnen. Diese Zapfquellen sind jedoch frühestens im August einsatzbereit.

dpa

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