An S-Bahnhof bei München

Polizistin bei Schusswechsel lebensgefährlich verletzt

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Polizisten am S-Bahnhof in Unterföhring bei München. Foto: Peter Kneffel

Schüsse an einem S-Bahnhof nahe München - da werden schlechte Erinnerungen wach. Es gibt mehrere Verletzte.

Unterföhring (dpa) - Bei Schüssen am S-Bahnhof in Unterföhring nahe München sind am Morgen mehrere Menschen verletzt worden. Eine Polizistin wurde am Kopf getroffen. Sie schwebe in Lebensgefahr, sagte Polizeisprecher Marcus da Gloria Martins.

Auch der Täter erlitt Schussverletzungen und wurde festgenommen, wie das Polizeipräsidium München der Deutschen Presse-Agentur mitteilte.

Zudem wurden zwei unbeteiligte Passanten verletzt. Ihre Verletzungen seien aber nicht schwer oder gar lebensbedrohlich, sagte ein Sprecher. Die Polizei hat den Angaben nach bisher keinerlei Hinweise auf einen terroristischen Hintergrund. Auch gebe es keine Anzeichen für weitere Täter.

Vorausgegangen war im Bereich des Bahnsteigs eine allgemeine polizeiliche Personenkontrolle. In deren Verlauf habe der Täter, dessen Identität zunächst unbekannt war, eine Waffe gezückt und geschossen. Er selbst wurde daraufhin auch getroffen und verletzt.

Weitere Hintergründe und Einzelheiten des Vorfalls waren noch unklar. Eine Sprecherin betonte: "Die Lage ist unter Kontrolle." Eine Gefahr für die Bevölkerung bestehe nicht, betonte sie. Der Polizeieinsatz sei inzwischen beendet. Spezialeinsatzkommandos und Hubschrauber waren im Einsatz gewesen, die Beamten sperrten den S-Bahnhof ab. Über Twitter informierte die Polizei die Öffentlichkeit.

Nach dem Vorfall waren zig Einsatzfahrzeuge in der Bahnhofstraße. Mit Maschinenpistolen bewaffnete Beamte sicherten das Gelände. Mitarbeiter der Spurensicherung waren schon am Tatort.

Über den Bahnhof Unterföhring fährt die S-Bahn-Linie 8, eine der beiden Möglichkeiten mit der Bahn zum Münchner Flughafen zu kommen. Die Strecke war zunächst auf unbestimmte Zeit gesperrt. Fluggäste auf dem Weg zum Airport oder in die Stadt mussten auf die S1 ausweichen, die in einem anderen Bogen im Nordwesten Innenstadt und Flughafen verbindet.

Vor gut einem Jahr hatte ein Amokläufer am S-Bahnhof Grafing - ebenfalls im Münchner Speckgürtel gelegen - einen Menschen getötet und drei verletzt. Der zur Tatzeit 27-Jährige gilt als psychisch krank und daher als schuldunfähig. Ein Prozess wurde ihm bislang nicht gemacht. Der aus dem hessischen Grünberg bei Gießen stammende Mann hatte am frühen Morgen des 10. Mai 2016 wild um sich gestochen.

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