Polizei befreit Sohn von Software-Unternehmer Kaspersky

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Eugene Kaspersky (li.) und Russlands Präsident Dmitry Medvedev in einem Foto aus dem Jahr 2009. Das Vermögen Kasperskys wird auf 800 Millionen Dollar geschätzt.

Moskau - Ein Verbrechen wie in einem Film: Der Sohn des millionenschweren russischen Software-Unternehmers Eugene Kaspersky wurde entführt. Die Täter wollten drei Millionen Euro. Bei der Übergabe griff die Polizei zu.

Der entführte Sohn des reichen russischen Software-Entwicklers Eugene Kaspersky (45) ist nahe Moskau von der Polizei befreit worden. Fünf Verdächtige seien bei der Übergabe des geforderten Lösegelds von drei Millionen Euro festgenommen worden. Das sagte ein Polizeisprecher am Sonntag nach Angaben der Agentur Interfax. Medien hatten berichtet, dass der bekannte Anti-Viren-Programmierer auf die Forderung der Entführer eingegangen sei. Iwan Kaspersky (20) war am Dienstag im Nordwesten von Moskau verschleppt worden.

Russische Medien hatte zuvor berichtet, dass Kaspersky seinen entführten Sohn Iwan angeblich für drei Millionen Euro freigekauft hätte. Der 20-Jährige sei nach Zahlung von Lösegeld wieder bei seinen Eltern, berichtete das Moskauer Internetportal lifenews.ru am Freitag unter Berufung auf den Geheimdienst.

Eugene Kaspersky, Mitgründer der Firma Kaspersky Lab, ist mit Sicherheitsprogrammen für Computer und Anti-Viren-Software reich geworden. Das Magazin “Forbes Russia“ schätzt sein Vermögen auf 800 Millionen Dollar (etwa 546 Millionen Euro). Demnach rangiert er auf Platz 125 der reichsten Menschen in Russland.

Iwan, der jüngste Sohn der Familie, sei am Dienstagmorgen in einem Industriegebiet im Nordwesten von Moskau verschleppt worden, schrieben Medien. Er habe dort neben seinem Mathe- und Elektronik-Studium für eine Firma seiner Mutter Natalia gearbeitet.

Nach Darstellung der Moskauer Zeitung “Kommersant“ hatte Kaspersky nach Warnungen der Entführer die Polizei zunächst nicht informiert. Demnach habe er nach einer vorzeitigen Rückkehr von einer Dienstreise aus London nur seine Kontakte beim Geheimdienst FSB eingeschaltet.

Der Fall sei jedoch schließlich durch befreundete Studienkollegen Iwans ans Licht gekommen, die ihn an der Universität vermisst hätten. Laut russischer Medien ist dies bereits der zweite spektakuläre Entführungsfall innerhalb weniger Wochen. Seit März wird die 16 Jahre alte Tochter eines Topmanagers des Ölkonzerns Lukoil vermisst.

dpa

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