Plünderer machen Haiti unsicher - Polizei setzt Tränengas ein

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Das US-Militär soll nach dem Erdbeben auf Haiti für Sicherheit und Ordnung sorgen.

Port-au-Prince - Die Sicherheitslage in Haiti wird immer kritischer: Die Polizei kämpft gegen Plünderer und maskierte Männer mit Macheten. Die Regierung schätzt die Zahl der Todesopfer unterdessen auf 200.000.

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Das verheerende Erdbeben in Haiti hat nach neuesten Schätzungen rund 200.000 Menschen das Leben gekostet. Das teilte die EU-Kommission am Montag unter Berufung auf haitianischeRegierungskreise mit. Demnach wäre die Zahl der Todesopfer fast so hoch wie bei dem Tsunami in Asien Anfang 2004, der 230.000 Menschen in den Tod riss. Die EU kündigte unterdessen ein Hilfspaket von 422 Millionen Euro für die Überlebenden an. Zudem sollen 150 europäische Polizisten nach Haiti entsandt werden, wo Gewalt und Plünderungen um sich greifen.

In Port-au-Prince setzte die Polizei Tränengas ein und fuhr mit Lastwagen in eine Menschenmenge, um Plünderer auseinanderzutreiben. Neben Lebensmitteln war auch Zahnpasta heiß begehrt. Die Haitianer schmieren sie sich unter die Nase, um den Gestank der auf den Straßen verwesenden Leichen zu übertünchen. Im Stadtteil Delmas sammelte sich am Sonntag eine Menschenmenge um die Leichen von zwei mutmaßlichen Plünderern, die von aufgebrachten Einwohnern erschlagen worden waren. Vermummte junge Männer zogen mit Macheten durch die Stadtviertel.

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Ein Polizist sagte, es gebe die Anordnung, nur im Notfall auf Menschen zu schießen. “Wir sind zu wenig, und diese Leute sind zu verzweifelt.“ UN-Generalsekretär Ban Ki Moon forderte am Montag, die UN-Friedenstruppe in Haiti müsse von derzeit 7.000 auf 9.000 Soldaten aufgestockt werden. Die Zahl der internationalen Polizisten solle von 2.100 auf rund 3.600 erhöht werden.

Noch 16 Deutsche vermisst

16 Deutsche wurden am Montag noch im Katastrophengebiet vermisst. Bislang wurde ein deutsches Todesopfer vom Auswärtigen Amt bestätigt, eine 26-jährige Studentin aus München ist ebenfalls bei dem Beben getötet worden.

Die deutsche Hilfe für die Erdbebenopfer wird derweil intensiviert: Das DRK schickt in dieser Woche ein mobiles Krankenhaus mit 120 Betten in das Erdbebengebiet. Bis zu 700 Menschen könnten dort zudem täglich ambulant versorgt werden, teilte das DRK mit. Die Kisten mit 50 Tonnen Material sollten ab Donnerstag oder Freitag von Berlin nach Haiti geflogen werden. Bereits am Sonntag war eine Gesundheitsstation des DRK im Katastrophengebiet eingetroffen.

Das modular aufgebaute Hospital werde für den Einsatz nach dem Erdbeben mit zwei aufblasbaren Operationssälen erweitert, in denen acht Operationsteams arbeiten könnten. Das Auswärtige Amt beteilige sich an den Kosten. Am Sonntag nahmen Trinkwasserexperten des Technischen Hilfswerkes (THW) ihre Arbeit in Port-au-Prince auf und begannen mit dem Aufbau zweier Trinkwasseraufbereitungsanlagen.

apn

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