Etikettenschwindel

Pferdefleisch-Skandal erfasst 17 EU-Länder

Brüssel - Der Skandal um falsch deklariertes Pferdefleisch hat die Mehrzahl der 27 EU-Staaten erreicht. 17 Länder haben inzwischen Verdachtsfälle nach Brüssel gemeldet.

So wurden bis zum 21. Februar sechs Fälle von vermutetem Betrug an das europäische Warnsystem RASFF mitgeteilt - aus Deutschland, Irland, Großbritannien und Österreich. Bei den falsch ausgezeichneten Produkten handelt es sich um Nudelgerichte, Gulasch, Burger und Gefrierfleisch.

17 der 27 EU-Länder erhielten Lieferungen mit möglicherweise falsch deklariertem Pferdefleisch. Die Produkte gingen nach Deutschland, Irland, Österreich, Dänemark, Finnland, Frankreich, Ungarn, Italien, in die Niederlande, Spanien, Großbritannien, Bulgarien, Zypern, Tschechien, Griechenland, Portugal und Schweden. Auch in die Nicht-EU-Länder Schweiz, Norwegen und Hongkong gingen Lieferungen.

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Pferdefleisch-Skandal: Staatsanwalt ermittelt 

Die Ware kam nach Angaben der meldenden Behörden aus Frankreich, Deutschland, den Niederlanden, Belgien, Polen, Irland, Luxemburg, Rumänien und Zypern.

Einen Haken gilt es bei RASFF-Meldungen allerdings: Fälle von vermutetem Pferdefleisch-Etikettenschwindel müssen die Staaten nicht an das System melden. Denn möglicher Betrug ist keine Frage der Lebensmittelsicherheit. Die EU-Kommission bittet in der aktuellen Affäre aber ausdrücklich um solche Meldungen, und EU-Diplomaten halten die Angaben für ziemlich weitreichend.

Auch Pferdefleisch, das das Medikament Phenylbutazon enthält, haben die Behörden der EU-Länder beim RASFF-System angezeigt. Das entzündungshemmende Mittel darf nicht in Fleisch enthalten sein, das für den menschlichen Konsum gedacht ist. Phenylbutazon wurde in Fleisch aus Großbritannien gefunden und nach Frankreich und in die Niederlande geliefert.

dpa

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