78 Menschen kamen ums Leben

Peru kämpft gegen Fluten - Präsident: Klimawandel schuld

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Die überschwemmte Region um Trujillo (La Libertad, Peru).

Lima - Nur ein Vorbote für weit schlimmere Katastrophen? Forscher rätseln, wie das Aufheizen des Pazifiks, daraus resultierende Regenfälle und die schweren Überschwemmungen in Peru genau zusammenhängen.

Peru bekommt die dramatische Lage infolge tagelanger Unwetter und Überschwemmungen nach Einschätzung von Präsident Pedro Pablo Kuczynski langsam unter Kontrolle. „Wir haben die Hoffnung, dass es bald vorbei ist“, sagte er bei einem Besuch des Katastrophenzentrums am Dienstag. Bisher starben 78 Menschen, 260 wurden verletzt und über 100.000 Menschen verloren ihre Häuser.

Die Unwetter gehen nach Meinung von Wissenschaftlern auf das Klimaphänomen des „Küsten-El-Niño“ zurück, der bisher räumlich begrenzt ist. Das Meereswasser vor der Küste ist um fünf Grad wärmer als normalerweise um diese Jahreszeit üblich. Wegen der starken Verdunstung des Wassers kommt es zu heftigen Regenfällen in den Anden, was die Flüsse stark anschwellen ließ. Ob sich aus diesem Wetterphänomen die als El Niño verstandene großräumige Erwärmung des äquatorialen zentralen Pazifiks entwickeln werde, ist derzeit aber nach Einschätzung des Deutschen Wetterdienstes (DWD) noch unklar.

Extreme Wetterbedingungen

Das globale Klimaphänomen löst vielerorts extreme Wetterbedingungen aus - von Dürren über heftige Niederschläge bis zu Hurrikans und strengen Wintern. Weil seine Auswirkungen oft in der Weihnachtszeit bemerkt wurden, wurde es El Niño getauft, spanisch für Christkind.

In der Hauptstadt Lima soll nach und nach wieder Trinkwasser durch die Leitungen fließen. Weil viele Flüsse massenhaft Geröll mit sich rissen, wurde die Trinkwassergewinnung dort stark zurückgefahren. Die Schulen in Lima bleiben bis Ende der Woche geschlossen.

Kuczynski forderte mehr Einsatz gegen den Klimawandel. Er hat bereits angekündigt, dass die rund 30 Flüsse an der Küste stärker kanalisiert werden müssen. Ihr starkes Gefälle von den Anden herunter zum Pazifik mache sie schnell zu reißenden Strömen. „Alle Länder müssen zusammen arbeiten, das Thema ist ein globales“, sagte er dem Sender CNN.

Mehrere Staaten schickten Hilfslieferungen. Allein Kolumbien brachte 30 Tonnen Material nach Peru, darunter 1000 Lebensmittelpakete, 3000 Decken und 1600 Zelte. Kuzynski berichtete, dass auch die berühmte, den ganzen südamerikanischen Kontinent verbindende Panamericana an drei Stellen unterbrochen war, 5000 Personen seien mit Hubschraubern und Flugzeugen in Sicherheit gebracht worden, auch das Flugzeug des Präsidenten kam bei den Rettungsarbeiten zum Einsatz.

dpa

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