Schwere Unruhen mit Toten in Peru

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Schwere Unruhen in Peru.

Lima - Bei schweren Zusammenstößen zwischen der peruanischen Polizei und demonstrierenden Indios sind nach unterschiedlichen Angaben bis zu 45 Menschen getötet worden.

 Damit ist der seit fast zwei Monaten andauernde und bisher weitgehend friedliche Protest dert der Amazonas-Indios gegen die Erdölförderung eskaliert. Die Indios hätten im Norden des Landes neun von insgesamt 38 entführten Polizisten umgebracht, teilte die Regierung am Samstag in Lima mit. Weitere 22 Beamte hätten fliehen können, davon einer schwer verletzt, sagte Verteidigungsminister Ántero Flores Aráoz. Bei den restlichen sieben Polizisten bestehe die Hoffnung, dass sie lebend entkommen seien.

Am Vortag waren bei der Räumung einer Straßenblockade nahe der Stadt Bagua etwa 1000 Kilometer nördlich von der Hauptstadt Lima nach unterschiedlichen Angaben elf Polizisten und 22 bis 25 Indios getötet worden. Unabhängige Berichte aus der Amazonasregion lagen zunächst nicht vor. Nach Regierungsangaben waren die 38 Polizisten mit dem Schutz einer Ölfördereinrichtung beauftragt. Etwa 1500 Indios hätten die Anlage angegriffen und die Beamten überwältigt. Anschließend hätten sie gedroht, ihre Geiseln umzubringen, wenn sich die Sicherheitskräfte nicht aus der Region zurückzögen.

Die zunehmend selbstbewusst auftretenden Ureinwohner und Kleinbauern der peruanischen Amazonasregionen wehren sich gegen Regierungsdekrete, mit denen Bestimmungen eines neuen Freihandelsabkommens mit den USA durchgesetzt werden sollen. Nach Ansicht der Indios verletzen diese Bestimmungen ihre angestammten Rechte an Grund und Boden und bedrohen ihre Lebensgrundlagen. Dabei geht es vor allem um die Erdöl- und Erdgasförderung durch ausländische Konzerne. Abschreckendes Beispiel ist das nördliche Nachbarland Ecuador , in dessen Amazonasregionen seit Jahrzehnten Erdöl gefördert wird. Dort kommt es immer wieder zu Havarien, bei denen Rohöl in den Urwald und in die Flüsse gelangt.

Das Flusswasser wird ungenießbar und die Fische sterben. Den Argumenten der Regierung, dass alles streng überwacht werde und das Erdöl auch den Ureinwohnern mehr Wohlstand verschaffen werde, schenken die Menschen in Peru keinen Glauben. Betroffen von den Demonstrationen sind die Provinzen Amazonas, Cusco, Loreto, San Martín und Ucayali. Dort kommt es wegen der Straßenblockaden bereits zu Versorgungsengpässen. Unterdessen geriet García unter den Druck der gesamten Opposition von links bis rechts des politischen Spektrums. Ministerpräsident Simon solle zurücktreten, und Innenministerin Mercedes Cabanillas sei eine Erklärung für das gewaltsame Vorgehen der Polizei schuldig.

dpa

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