Personal muss keine Konsequenzen fürchten

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Blick auf die Jugendhaftanstalt, in der ein Häftling gefoltert und erdrosselt wurde.

Dresden - Die Bediensteten des Jugendgefängnisses, in dem ein 18-Jähriger Häftling gefoltert und erdrosselt wurde, haben bisher kein Disziplinarverfahren zu erwarten.

Nach einem Folterskandal in einem sächsischen Jugendgefängnis gibt es nach Angaben des Justizministeriums bislang keine konkreten Anhaltspunkte für Disziplinarvergehen des Personals. Allerdings dauerten die internen Ermittlungen noch an, teilte das Ministerium am Mittwoch mit.

Ein 16-Jähriger war nach dem Vorfall im Gefängnis von Regis-Breitingen im Mai 2008 noch an weiteren zwei Schlägereien beteiligt, bestätigte das Ministerium frühere Medienberichte. Der Jugendliche gelte jetzt als gefährlicher Gefangener. Er sitze mittlerweile in Einzelhaft und werde beim Einzelhofgang von zwei Bediensteten begleitet. Schon früher sei er zunächst weitgehend separiert und in ein anderes Hafthaus verlegt worden. Diese Maßnahmen waren laut Ministerium aber im Sinne der Re-Integration zwischenzeitlich gelockert worden.

Die jüngste Tat spielte sich im Juni dieses Jahres ab. Auch wegen dieses Vorfalls wurde Strafanzeige erstattet. Der Folterskandal vom Mai vergangenen Jahres war erst kürzlich öffentlich geworden. Neun Insassen des Gefängnisses sollen über Wochen einen 18-jährigen Mitgefangenen gequält und versucht haben, ihn in den Selbstmord zu treiben. Schließlich sollen einige von ihnen versucht haben, den 18-Jährigen zu erdrosseln. Justizminister Geert Mackenroth (CDU) musste einräumen, über das gesamte Ausmaß auch erst aus den Medien erfahren zu haben.

dpa

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