Image-Schaden riesig

Passagier aus Flugzeug gezerrt: United-Chef entschuldigt sich erneut

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Passagier nach Überbuchung gewaltsam aus Flugzeug gezerrt.

Washington - Nach dem Rauswurf eines Passagiers aus einer Maschine von United Airlines hat der Chef der US-Fluggesellschaft Konsequenzen angekündigt. Seine Entschuldigung klingt lapidar und kommt spät.

"Niemand sollte so behandelt werden", erklärte Vorstandschef Oscar Munoz in seiner jüngsten Stellungnahme am Dienstag. Der Vorfall sei "wirklich schrecklich". United Airlines übernehme die Verantwortung dafür und werde daran arbeiten, die Dinge zu arrangieren. Doch der Image-Schaden für die Airline ist bereits immens.

Munoz versprach in einem Statement am Dienstag, so etwas werde nicht wieder passieren. „Es ist nie zu spät, das Richtige zu tun.“ Munoz entschuldigte sich erneut für den Vorfall.

Videos vom brutalen Rauswurf eines Passagiers

United Airlines hatte einen Passagier gewaltsam aus einer Kabine entfernen lassen, weil das Flugzeug überbucht war. Videos von dem Vorfall zeigten, wie Sicherheitsleute den Mann über den Boden des Kabinengangs zum vorderen Ausgang des Flugzeuges ziehen. Dies hatte weltweit in sozialen Netzwerken viel Empörung ausgelöst. Da es sich bei dem Mann um einen Chinesen gehandelt haben soll, riefen viele seiner Landsleute zu einem Boykott der Fluggesellschaft auf. Auch das Krisenmanagement von United war kritisiert worden.

Oscar Munoz.

Der United-Chef sprach nun von einem „wirklich schrecklichen Ereignis“, das viele Gefühle wie Empörung, Wut und Enttäuschung ausgelöst habe. Er teile diese Gefühle. Kein Passagier solle derart schlecht behandelt werden. Munoz kündigte eine Überprüfung des Falls an. Dazu gehöre, wie United künftig mit Überbuchungen von Flugzeugen umgehe. Die Ergebnisse sollten bis Ende April vorgelegt werden.

Zuvor soll Munoz das Vorgehen in einer internen Mail an Beschäftigte der Fluggesellschaft noch verteidigt haben, wie US-Medien berichteten. Der Mann habe Bitten, das Flugzeug zu verlassen, ignoriert. Er sei „streitlustig“ geworden und wenig kooperativ gewesen. Deshalb sei es nötig gewesen, die Flughafenpolizei zu rufen.

Am Flughafen von Chicago demonstrierte am Dienstagabend (Ortszeit) eine Gruppe asiatischstämmiger US-Bürger gegen den Rauswurf des Passagiers. Dieser stehe in Zusammenhang mit "einem größeren Problem der Gewaltanwendung durch Sicherheitskräfte gegen Schwarze, Mischlinge, Araber und Asiaten sowie Illegale im ganzen Land und in Chicago", erklärte die Gruppe.

US-Fluggesellschaften dürfen laut Verkehrsministerium bei Überbuchung eines Flugs Passagiere auch gegen ihren Willen abweisen, wenn keine Freiwilligen gefunden werden.

Lesen Sie hier, welche Rechte Passagiere haben, wenn ein Flug überbucht ist.

dpa/AFP

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