Ganz anderer Amtsstil

Meisner: Papst wirbelt Gästehaus durcheinander

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Papst Franziskus

Rom - Kardinal Meisner sagt, er habe ein größeres Schlafzimmer als Papst Franziskus. Der Pontifex weigere sich noch immer, aus dem Gästehaus im Vatikan auszuziehen und wirbele den Betrieb dort durcheinander.

Papst Franziskus hat nach Ansicht von Kardinal Joachim Meisner einen ganz anderen Amtsstil als sein Vorgänger Benedikt XVI. „Aber in der Sache liegen sie eng beieinander“, sagte der Kölner Erzbischof am Mittwoch im Interview der Katholischen Nachrichten-Agentur (KNA). Was der neue Papst von der Armenkirche sage, passe zu Benedikts Wort von der „Entweltlichung“.

Meisner: "Das bringt den Laden da ganz durcheinander"

Meisner wies darauf hin, dass Franziskus immer noch im vatikanischen Gästehaus Santa Marta wohne. „Das bringt den Laden da ganz durcheinander, weil es mit vielen Sicherheitsauflagen verbunden ist.“ Mit Distanz zur Kurie habe der ausbleibende Umzug in den Apostolischen Palast weniger zu tun. Vielmehr wolle der Papst als Südamerikaner mehr unter Leuten sein. Auch widerspreche das päpstliche Appartement nicht dem Armutsideal von Franziskus, da es eine ganz normale Wohnung sei. „Groß ist dort nur der Empfangsraum. Die Privaträume sind klein. Ich habe ein größeres Schlafzimmer als der Papst.“

Der Kardinal wies Kritik an der barocken Kleidung von Papst Benedikt XVI. zurück: „Das hat doch nichts mit Prunksucht zu tun.“ Der inzwischen emeritierte Papst habe neben dem neuen Messritus auch dem alten Geltung verschaffen wollen. Die Kontinuität zur über 1000-jährigen Liturgie habe er „zeichenhaft auch in seiner Kleidung sichtbar gemacht“.

Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus

Bilder aus dem Leben von Papst Franziskus

Der Erzbischof zeigte sich erschrocken über die Gesundheit von Benedikt XVI. Er habe ihn am 18. März besucht und dabei gesehen, wie schmal er geworden sei, „so eine halbe Portion“. Er sei mit seinem Rücktritt erst gar nicht einverstanden gewesen, so Meisner. „Aber als ich ihn so sah, sind meine Vorbehalte weggeschmolzen.“ Geistig sei er „ganz fit, ganz der Alte“.

Er sei der Überzeugung gewesen, dass das Papstamt wie auch die Ehe erst mit dem Tod ende, betonte der Kardinal. Aber die heutige Medizin erlaube es, dass ein Mensch trotz Krankheit und Altersschwäche lange lebe, sagte er unter Hinweis auf das inzwischen achtjährige Wachkoma des früheren israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon. „Für das Papstamt wäre eine solche Situation nicht tragbar.“

kna

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