Vatikan bestätigt

Papst begnadigt Kammerdiener

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Papst Benedikt XVI.

Rom - Papst Benedikt XVI. beweist zu Weihnachten Nächstenliebe. Er hat seinen wegen Diebstahls vertraulicher Dokumente verurteilten früheren Kammerdiener begnadigt.

Papst Benedikt XVI. hat seinen im „Vatileaks“-Prozess verurteilten Ex-Kammerdiener in einer vorweihnachtlichen Geste begnadigt. Das katholische Kirchenoberhaupt habe Paolo Gabriele am Samstag persönlich im Gefängnis besucht und ihm den Diebstahl und Weitergabe vertraulicher Dokumente verziehen, teilte Vatikansprecher Federico Lombardi mit. Nach dem 15-minütigen Treffen wurde Gabriele schließlich auf freien Fuß gesetzt. Allerdings kann er den Angaben zufolge nicht im Vatikanstaat bleiben oder arbeiten. Der Heilige Stuhl wolle Gabriele jedoch dabei unterstützen, eine Wohnung und Arbeit außerhalb des Vatikans zu finden, hieß es in einer Mitteilung aus dem Staatssekretariat.

Gabriele war Ende Mai in einer filmreifen Aktion wegen des Verdachts festgenommen worden, zahlreiche vertrauliche Dokumente vom privaten Schreibtisch des Papstes entwendet und dem Journalisten Gianluigi Nuzzi übergeben zu haben. Dieser ließ die Informationen in sein im Mai erschienenes Buch „Seine Heiligkeit - Die geheimen Briefe aus dem Schreibtisch von Papst Benedikt XVI.“ einfließen, das ein Schlaglicht auf Machtkämpfe, Intrigen und Skandale innerhalb der höchsten Führungszirkel des Vatikans warf.

Gabriele gab „tiefen Glauben“ als Tatmotiv an

Am 6. Oktober wurde Gabriele wegen schweren Diebstahls von einem Vatikantribunal zu eineinhalb Jahren Haft verurteilt. Laut der Anklageschrift gab Gabriele seinen „tiefen Glauben“ als Motiv an. So sei es ihm nur darum gegangen, den Heiligen Vater zu beschützen und „über besorgniserregende Vorgänge in der Kirche“ zu informieren.

Die Begegnung zwischen dem Papst und Gabriele sei sehr „intensiv“ und „persönlich“ gewesen, sagte Vatikansprecher Lombardi. Die Begnadigung sei eine „väterliche Geste“ des Papstes. Allerdings war der Schritt seit längerem erwartet worden. Als leitender Kammerdiener war es Gabriele, der Benedikt bei Tisch bediente. Er war es, der ihm seine Koffer für die Apostolischen Reisen packte und seine Aktentasche tragen durfte.

Erst im November war in der „Vatileaks“-Affäre der Computertechniker Claudio Sciarpelletti wegen Beihilfe zum Diebstahl vertraulicher Papst-Dokumente zu einer zweimonatigen Bewährungsstrafe verurteilt worden. Er wurde für schuldig befunden, Gabriele dabei geholfen zu haben, die Unterlagen aus dem Vatikan herauszubringen. Der 48-Jährige Sciarpelletti hatte dies zurückgewiesen. Auch seine Haftstrafe wurde von Benedikt aufgehoben.

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dapd

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