Panamas Ex-Diktator Noriega in Paris festgenommen

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Panamas Ex-Diktator Manuel Noriega in Frankreich in U-Haft.

Paris/Washington - Der Ex-Diktator von Panama, Manuel Noriega, ist in Paris in Untersuchungshaft. Er verlangt eine Rückkehr in sein Heimatland.

In seiner Anhörung vor dem Haftrichter hatte der über 70-Jährige am Dienstag die Rückkehr in seine Heimat verlangt. Er berief sich dabei auf seinen Status als Kriegsgefangener, den ihm ein US-Gericht 1992 zuerkannt hatte. “Ich habe Recht auf alles, was einem als Kriegsgefangener nach der Genfer Konvention zusteht, unter anderem auf die Rückkehr in die Heimat nach Ende der Gefangenschaft“, wurde Noriega in französischen Medien zitiert. Der Ex-Diktator war am Vortag überraschend von den USA nach Frankreich ausgeliefert worden. Ein französisches Gericht hatte ihn in Abwesenheit bereits zu zehn Jahren Gefängnis und einer Geldstrafe in Höhe von heute mehreren Millionen Euro verurteilt. Die Pariser Justiz will den Prozess nun erneut aufrollen. Bei einer Verurteilung droht Noriega eine weitere lange Haftstrafe.

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Ex-Diktator Noriega an Frankreich ausgeliefert

Sein Anwälte in Paris verwiesen auf den schlechten Gesundheitszustand ihres Mandanten. Noriega habe vor vier Jahren einen Schlaganfall erlitten und sei seitdem teilweise gelähmt. “Wir werden alles dafür tun (...), dass dieser Mann in sein Land zurückkehren darf“, sagte Anwalt Olivier Metzner. Zudem seien die Vorwürfe längst verjährt. Erst kurz vor dem Abflug in Miami hatte die US-Regierung in Washington bekanntgegeben, dass Außenministerin Hillary Clinton die Anordnung zur Auslieferung unterzeichnet habe. Noriega hatte sich seit 2007 erbittert dagegen gewehrt. In den USA saß Noriega wegen Drogenhandels im Gefängnis.

1989 hatte der damalige US-Präsident George Bush Senior eine Panama-Invasion angeordnet, um den - einst gehätschelten und als Geheimdienstagent bezahlten - Diktator gefangen zu nehmen. Ein Prozess in Frankreich gilt als heikle Angelegenheit, da Noriega zeitweise enge Beziehungen zur politischen Elite pflegte. Er habe unter anderem die Militärtransporte für die Atomwaffentests auf dem Mururoa-Atoll durch den Panamakanals gebilligt, schreibt die Zeitung “Le Canard enchaîné“ (Mittwoch). Zudem habe Panama mehrere Filialen französischer Banken beherbergt, die dort diskreten Geschäften nachgegangen seien. Noriega war während der Regierungszeit von Präsident Jacques Chirac 1987 mit einem Orden der Ehrenlegion ausgezeichnet worden.

dpa

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