Pamplona: Stiere trampeln Läufer nieder

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Am Sonntag wurden die besonders großen und bulligen Stiere auf die Menschen losgelassen. Das traditionelle Event des Stierrennens wird aber zunehmend kritisiert.

Pamplona - Hetzjagd zweiter Teil: Auch am Sonntag wurden wieder tausende Menschen von Stieren durch die Gassen Pamplonas gehetzt. Erneut kam es zu Verletzungen.

Beim Stierrennen von Pamplona sind am Sonntag wieder tausende Menschen über die kopfsteingepflasterten Gassen gehetzt. Mehrere Läufer wurden am zweiten Tag des Volksfestes von den Tieren niedergetrampelt, trotzdem wurden nur acht Menschen leicht verletzt.

„Das waren so viele Menschen, dass man kaum die Stiere sehen konnte“, sagte der 49-jährige Andrew Chavey aus dem US-Staat North Carolina nach dem Rennen am Sonntag. „Man hat fast mehr Angst, von der Menge überrannt zu werden als von den Stieren. Aber es hat Spaß gemacht.“ An dem Lauf nahmen nach einem Bericht des staatlichen Rundfunksenders TVE rund 4.000 Menschen teil. Ein Teilnehmer musste wegen Prellungen am Rücken medizinisch behandelt werden, ein anderer wegen Prellungen im Gesicht, wie die Provinzregierung mitteilte.

Pamplona: Verletzte bei der Stierhatz

Pamplona: Verletzte bei der Stierhatz

Zu Beginn des Rennens am Sonntag lief der 640 Kilogramm schwere Bulle Navajita voraus und griff die Läufer an. Zwei von ihnen hob er sogar in die Luft, ohne sie aber zu verletzen.

Der zweite Tag des Volksfestes von San Fermín ist meist einer der beliebtesten. Traditionell gehen an diesem Tag die Stiere der Zucht Miura an den Start, die zu den größten und gefürchtetsten in ganz Spanien zählen. Der Lauf am Sonntag war mit zwei Minuten und 27 Sekunden ein schneller.

„So viel Adrenalin“

Bei dem Rennen am Samstagmorgen wurden sechs Läufer verletzt, darunter ein 73-jähriger Einheimischer. Er wurde von einem Stierhorn am Bein verletzt und musste im Krankenhaus behandelt werden. Fünf weitere Teilnehmer erlitten Schnittwunden und Prellungen.

Ein Läufer wurde von einem Stier mehrere hundert Meter mitgeschleift, weil sein T-Shirt am Horn des Tieres festhing - nur wenige Zentimeter von seinem Gesicht entfernt. Er blieb dennoch unverletzt. Unter den Verletzten waren nach Angaben der Provinzregierung ein 21-jähriger Japaner und ein 26-Jähriger aus Australien.

Die Läufer, traditionell in weiß gekleidet und mit roten Halstüchern, rannten die knapp 850 Meter lange Strecke bis zur Stierkampfarena. Ein Stier blieb zurück und jagte noch in der Arena mehrere Teilnehmer, bevor er in die Ställe getrieben werden konnte.

„Mit den Stieren zu laufen war das Beste, das ich je erlebt habe“, sagte der 27-jährige Student Mark Martinez aus Los Angeles, der in Spanien Urlaub macht, am Samstag. „So viel Adrenalin.“ Allerdings habe er die Hörner der Tiere nicht anfassen können. „Vielleicht probiere ich das morgen.“ Der Student kannte offenbar nicht eine der Grundregeln der Fiesta: Die Läufer sollten niemals die Stiere anfassen, die schließlich um die 500 Kilogramm schwer sind.

Zwtl.: Letzter Todesfall 2009

Zuletzt kosteten die Stierrennen von Pamplona im Jahr 2009 einen jungen Spanier das Leben, der am Hals aufgespießt wurde. Es war damals der erste Todesfall während des Volksfestes seit fast 15 Jahren.

Die Läufe finden in diesem Jahr bis zum 14. Juli täglich um 08.00 Uhr statt und werden live im spanischen Fernsehen übertragen. An den Nachmittagen findet dann jeweils ein Stierkampf mit den Tieren statt, die am Morgen durch Pamplona gelaufen sind.

Die besondere Atmosphäre von San Fermín hat der US-Schriftsteller Ernest Hemingway 1926 in seinem Roman „Fiesta“ beschrieben; heute werden die Stierhatz und das Töten der Tiere in der Arena von Tierschützern kritisiert.

dapd

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