Verdacht auf Misshandlung

Medien: Paar gibt verletztes Kind in Praxis ab und flieht

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Blick auf die Notfallpraxis Altona. Foto: Daniel Bockwoldt

Medienberichte über ein lebensgefährlich verletztes Kind rufen Erinnerungen an schwere Fälle von Kindesmisshandlungen in Hamburg wach. Zu einem aktuellen Fall wollen Polizei und Staatsanwaltschaft zunächst nichts sagen.

Hamburg (dpa) - Ein Paar soll nach Medienberichten ein lebensgefährlich verletztes Kind in einer Hamburger Notfallpraxis abgegeben haben und dann verschwunden sein.

Das vier Jahre alte Mädchen konnte nach Informationen der "Hamburger Morgenpost", des "Hamburger Abendblatts" und der "Bild"-Zeitung mit einer Notoperation gerettet werden. Die Mitarbeiter der Notfallpraxis hätten am Sonntag angesichts der schweren Verletzungen sofort die Polizei alarmiert. Bevor die Beamten kamen, habe das Paar bereits die Praxis verlassen. Polizei und Staatsanwaltschaft wollten sich zu dem Fall und zu den Hintergründen am Donnerstag nicht äußern.

Mehrere Fälle von schwerer Kindesmisshandlung hatten Hamburg in den vergangenen Jahren erschüttert. Die elfjährige Chantal war 2012 an einer Überdosis Methadon gestorben; die Heroin-Ersatzdroge war für ihre Pflegeeltern gedacht. Die dreijährige Yagmur überlebte 2013 die Misshandlungen durch ihre Mutter nicht. Zwei Jahre später soll ein 27-Jähriger seinen einjährigen Stiefsohn Tayler zu Tode geschüttelt haben. Der Mann muss sich derzeit vor Gericht verantworten.

Im November vergangenen Jahres hatten Ärzte mit einer Notoperation das Leben eines neun Monate alten Babys gerettet. Die Eltern stehen unter Verdacht, den kleinen Deljo beinahe zu Tode geschüttelt zu haben. Gegen die 26 Jahre alte Mutter und den 22 Jahre alten Vater wird wegen Verdachts des versuchten Totschlags ermittelt, wie eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft sagte.

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