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Omikron: Vierte Corona-Impfung schützt doch – neue Studie bestätigt hohe Wirksamkeit

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Von: Jennifer Köllen

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Bislang hieß es, ein zweiter Booster würde gegen Omikron nicht viel helfen, der Schutz nicht lange anhalten. Eine britische Studie beweist das Gegenteil.

Bremen – Eine vierte Impfung gegen Corona? Lieber auf den an Omikron angepassten Impfstoff warten, hieß es bislang von Experten. Der Grund: Eine Studie aus Israel hatte gezeigt, dass die Wirkung eines zweiten Boosters, also einer vierten Impfung, nur sechs Wochen anhält. Deswegen empfiehlt die Ständige Impfkommission (Stiko) nur allen Menschen ab 70 Jahren und gefährdeten Personen eine zweite Auffrischungsimpfung. Das könnte sich jetzt ändern. Denn eine neue Studie aus Großbritannien zeigt: Eine vierte Impfung schützt doch effektiv gegen Corona.

Omikron: Vierte Corona-Impfung schützt doch – neue Studie bestätigt hohe Wirksamkeit

Die britischen Forscher wollten mit ihrer kontrollierten Phase-2-Studie herausfinden, wie effektiv die vierte Impfung (zweiter Booster) gegen Corona beziehungsweise Omikron wirkt. Die Studie wurde am 9. Mai im Fachjournal Lancet Infectious Diseases veröffentlicht.

Zwischen dem 11. Januar und dem 25. Januar 2022 wurden 166 mit Biontech geboosterten Teilnehmern ein vierter Impfstoff von Biontech/Pfizer (ganze Dosis) oder Moderna (halbe Dosis) verabreicht. Das Durchschnittsalter der Teilnehmer war 70 Jahre, 52 Prozent der Teilnehmer waren Frauen, 48 Prozent Männer. Der Abstand zwischen der dritten und vierten Impfung betrug im Schnitt 208 Tage, also circa sieben Monate.

Impfpflaster nach Corona-Impfung auf dem Oberarm
Eine neue Studie zeigt: Die vierte Impfung schützt doch effektiv gegen Corona. © Wolfgang Maria/imago

Die Forscher verglichen die Immunantwort der Teilnehmer 28 Tage nach der dritten Corona-Impfung gegenüber 14 Tagen nach der vierten Impfung.

Das Ergebnis: Die vierte Dosis einer mRNA– Impfung stärkt den Schutz gegen Corona in allen Altersgruppen signifikant. Der Booster der vierten Dosis ist sowohl bei Moderna aus auch bei Biontech/Pfizer gut verträglich und stärkt die zelluläre und humorale Immunität. Es gab außerdem ein Ergebnis, mit welchen die Wissenschaftler wegen der bisherigen Studienlage nicht gerechnet hatten: Die Wirksamkeit der Viertimpfung übertraf die des ersten Boosters. „Die Spitzenreaktionen nach der vierten Dosis waren ähnlich und möglicherweise besser als die Spitzenreaktionen nach der dritten Dosis“, heißt es in der Studie.

Omikron: Vierte Corona-Impfung wirkt Besser als dritte – Anzahl der Antikörper doppelt so hoch

Wie der Business Insider berichtet, verbesserte sich „die Immunität derer, die einen Moderna-Booster erhielten – also eine Kreuzimpfung mit dem Impfstoff, den sie zuvor noch nicht erhalten hatten – im Vergleich zur dritten Impfung am ehesten“. Eine Kreuzimpfung ist bei Corona bzw. Omikron also am effektivsten. Der Beweis: Die Testpersonen hatten 28 Tage nach der vierten Impfung mit Moderna (dritte Impfung war Biontech) die doppelte Zahl an Antikörpern im Blut – im Vergleich zur dritten Impfung. Mit Biontech/Pfizer seien ebenfalls signifikante Ergebnisse erzielt worden, jedoch seien diese leicht hinter dem Moderna-Impfstoff zurückgelegen.  

Omikron: Gab es Nebenwirkungen nach der zweiten Auffrischungsimpfung (Booster)?

Nebenwirkungen traten nach dem zweiten Booster nur wenige auf. Die Teilnehmer berichteten von lokalem Schmerz nach der Impfung, sowie einer gewissen Erschöpfung. Gravierendere Folgen traten im Verlauf der Untersuchung nicht auf.

Omikron: Corona-Zahlen weiter hoch, vierte Impfung wirkt. Wer soll sich impfen lassen?

Ob die aktuellen Impfempfehlungen wegen dieser Studie geändert werden, bleibt abzuwarten. Derzeit wird aber schon darüber diskutiert, ob man den zweiten Booster (vierte Impfung) bereits Menschen ab 60 Jahren empfehlen soll.

Bislang rät die Ständige Impfkommission (Stiko) nur gefährdeten Menschen zu einer vierten Corona-Impfung (zweiter Booster)., um sie vor Omikron zu schützen. Folgende Personengruppen sollen sich zum vierten Mal gegen Corona impfen lassen:

Omikron: Lauterbach empfiehlt Risikogruppen die vierte Impfung (zweiter Booster)

Die Corona-Zahlen sind weiterhin relativ hoch, viele Menschen infizieren sich derzeit mit Omikron. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat bereits Ende März alle Menschen aus den oben genannten Risikogruppen aufgefordert, sich eine vierte Impfung (zweiter Booster) zu holen. Laut eines Berichts des WDR kämen aktuell nach den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission etwa 13,5 Millionen Menschen in Frage, sagte Lauterbach. Nur weniger als 10 Prozent dieser Menschen hatten sich bis Ende März den Booster geholt. „Wir müssen offensiver mit der vierten Impfung umgehen“, sagte Lauterbach.

Omikron: Corona-Zahlen weiter hoch – das müssen Sie wissen, wenn Sie infiziert sind

Die Zahl der Corona-Neuinfektionen ist weiter rückläufig. Die bundesweite Sieben-Tage-Inzidenz ist weiter gesunken (Stand: 16. Mai). Laut RKI gab es pro 100.000 Einwohner 439 Neuinfektionen (vor einem Monat lag der Wert bei 808). Die Gesundheitsämter in Deutschland meldeten dem RKI binnen eines Tages 3350 Corona-Neuinfektionen (am 10. April lag der Wert bei: 30.789). Dennoch kann man noch lange nicht von einer Entwarnung sprechen. Das merkt man alleine daran, wie viele Menschen sich gerade im Freundes- und Bekanntenkreis mit Omikron infizieren.

Der Anteil der Omikron-Sublinie BA.2 liegt derzeit bei fast 90 Prozent. Wer sich infiziert, will natürlich alles zu Omikron wissen: über Inkubationszeit, Symptome, Medikamente und Freitesten.

Die Symptome bei Omikron ähneln denen einer Erkältung, die meisten Corona-Infizierten klagen über Halsschmerzen, viele haben auch Schnupfen. Die Inkubationszeit beträgt bei Omikron meist drei Tage. Aus der Isolation freitesten kann man sich nach sieben Tagen, wenn man zwei Tage ohne Omikron-Symptome ist. Ansonsten muss man 10 Tage zuhause bleiben. In einem Spezialfall kann man die Isolation auch früher verlassen und sich freitesten, wenn man noch eine Corona-Infektion hat. Dann muss bei dem positiven PCR-Ergebnis der CR-Wert über 30 liegen.

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