Schusselige Lotto-Gewinnerin

Seniorin vergisst Millionen im Handschuhfach

San Bernardino/USA - Julie Cervera (69) war monatelang Millionärin ohne es zu wissen. Im Handschuhfach ihres Autos hatte die Kalifornierin einen Lottoschein vergessen, der Tage später verfallen wäre.

Ihre Tochter Charliena Marquez hatte das Ticket, mit dem sie über 23 Millionen Dollar (17,8 Millionen Euro) gewann, in einem Spirituosengeschäft für ihre Mutter gekauft. „Ich habe ihn dann in meinem neuen Auto gelassen. In meinem Haus liegen bestimmt 200 Lottoscheine herum. Ich schaue nie nach, ob ich gewonnen habe“, erzählte die vergessliche Dame.

Am vergangenen Donnerstag suchte sie dann aber doch im Handschuhfach ihres Autos, und das Ticket war noch da. Cervera entdeckten den Schein gerade noch rechtzeitig - am 26. November wäre er abgelaufen. Hätte sie ihren Gewinn nicht eingefordert, wäre das Geld kalifornischen Schulen gespendet worden.

Tage vorher war in der Post der 69-Jährige ein Foto gewesen, auf dem ihre Tochter beim Kauf des Tickets zu sehen war. Mit der Veröffentlichung der Aufnahme von der Überwachungskamera des Spirituosengeschäfts wollte die Lottogesellschaft nach dem Käufer des Gewinner-Scheins suchen. „Ich dachte sie hätte eine Bank überfallen, weil ich die Worte nicht erkennen konnte. Also habe ich eine meiner 99-Cent-Brillen aufgesetzt, darüber noch eine und dann eine dritte - und gesehen, dass sie gewonnen hatte."

Ihre Tochter wiederum hatte zuvor einige Anrufe und Nachrichten von Verwandten und Freunden verpasst, die sie auf dem Foto in der örtlichen Lokalzeitung erkannt hatten.

Ein Paar Reeboks und ein Besuch in Disneyland

Statt einer gestaffelten Zahlung will Cervera das Geld auf einmal - wegen der Abschläge wird sie 17,8 Millionen Dollar erhalten. „In 30 Jahren bin ich nicht mehr da“, sagt sie. Cervera ist Witwe und bezieht seit 20 Jahren Invalidenrente. „Für meine Enkel und meine Töchter wird jetzt gesorgt. Ich bin so glücklich. Ich werde mir ein Paar Reeboks kaufen.“

Ihre beiden Adoptivsöhne (5 und 9) leiden an Entwicklungsverzögerungen. „Sie bekommen einen großen Teil, damit sie versorgt sind, wenn ich einmal nicht mehr da bin“, sagt Cervera. „Jetzt fahre ich mit ihnen nach Disneyland. Das mache ich wirklich. Und wir werden für alles bezahlen.“

dapd

Rubriklistenbild: © dpa

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